Chronische Krankheiten während des Jugendalters können in vielerlei Hinsicht auf die Entwicklungsaufgaben verzögernd wirken und psychische Probleme auslösen. Lara Elia hat sich in ihrer Bachelorarbeit intensiv damit beschäftigt und als Beispiel für eine chronische Erkrankung Morbus Crohn gewählt.
Die Krankheit Morbus Crohn gehört zu den seltenen Krankheiten – wenn auch knapp… Die Prävalenz für Morbus Crohn ist 6-9/10′000, d.h. von 10′000 Menschen leiden rund 6-9 Menschen an Crohn. Bis zum Grenzwert 5 / 10′000 kann eine Krankheit gemäss der regulatorischen Behörde EMEA (European Medicines Agency) noch als selten bezeichnet werden. Morbus Crohn ist also an der Grenze zu einer seltenen Erkrankung.
Bei Colitis ulcerosa ist die Prävalenz bei mehr als 10 / 10′000, d.h. also von 10′000 Menschen sind über 10 von Colitis ulcerosa betroffen. Diese Krankheit gilt daher nicht mehr als selten…
Die SMCCV wird trotzdem am Tag der seltenen Krankheiten mit dabei sein und die beiden Krankheiten “vorstellen”. Der Tag wird in Basel und Zürich am 28.02.2010 durchgeführt. Wir möchten nicht nur auf Crohn/Colitis hinweisen sondern wir möchten helfen, dass auch andere Krankheiten bekannter werden – denn auch Crohn/Colitis waren früher einmal seltene Krankheiten… Crohn und Colitis sind heutzutage gut versorgt mit Medikamenten, auch in der Öffentlichkeit werden die Krankheiten immer bekannter – und so auch das Verständnis für unsere Probleme besser.
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Aus der Homepage Wissen Heilt:
Am Sonntag, den 28. Februar 2010 findet in Basel und Zürich der TAG DER SELTENEN KRANKHEITEN statt. Dieser Tag beinhaltet eine Vielzahl von Aktivitäten, die zum Ziel haben, die Öffentlichkeit für Seltene Krankheiten und deren Einfluss auf das Leben der Betroffenen zu sensibilisieren.
Weshalb ein TAG DER SELTENEN KRANKHEITEN?
- Es gibt mehr als 7′000 bekannte Seltene Krankheiten
- Jeder zehnte Mensch leidet an einer Seltenen Krankheit
- In Europa leben über 30 Millionen Menschen mit einer Seltenen Krankheit
- Seltene Krankheiten bedeuten eine enorme soziale und ökonomische Herausforderung für die Gesellschaft
- Über 75% der Betroffenen sind Kinder und 35% davon sterben, bevor sie das 5. Lebensjahr erreichen
- Für die meisten Seltenen Krankheiten existieren keine Forschungsprogramme
- Die meisten Ärzte verfügen über keine geeigneten Mittel und Wissen zur Diagnose Seltener Krankheiten
- Für nur 52 der insgesamt 7′000 Seltenen Krankheiten gibt es in der Schweiz zugelassene Medikamente
- Ärzte, Forscher, aber vor allem Betroffene sind oft sehr isoliert durch die geringe Verbreitung und das kaum vorhandene Wissen über eine oder ihre Seltene Krankheit
Seltene Krankheiten sind…
Krankheiten, die bereits in Europa mehr als 28 Mio. Menschen betreffen. Von diesen Krankheiten gibt es mehr als 7′000 diagnostizierte und jeden Monat kommen neue hinzu. Weltweit sind es nach Schätzungen mehr als 230 Mio. Betroffene, die an einer Seltenen Krankheit leiden.
Das Leben eines Betroffenen ist begleitet von Problemen, leichten bis starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Ängsten und dem Umstand, dass es kaum Medikamente für solche Krankheiten gibt. Deshalb nennt man diese auch Orphan Drugs – Medikamente für Waisen- weil die Betroffenen seit Jahrzehnten wie Waisenkinder der Medizin unbeachtet blieben.
Falls es eine Diagnose gibt, müssen Betroffene häufig sehr lange bis zu einer solchen warten. Viele Ärzte kennen die Krankheiten nicht und es gibt nur wenige Spezialisten oder Zentren, die sich mit der Behandlung auskennen. Häufig sterben die Menschen auch, bevor eine adäquate Therapie für sie vorliegt.
Mehr Infos dazu erhalten Sie auch hier
Schreib einen Leserbrief zum Thema Nette Toilette!
Danke für deine Unterstützung!!!
Bruno
Hier der Leserbrief, der nicht veröffentlicht wird:
Abschaffung aller öffentlichen Toiletten!Der Stadtrat beantragt, für die Umsetzung des “Masterplans öffentliche WC-Anlagen” einen Rahmenkredit von Fr. 2′500′000.– zu bewilligen. In der Medienmitteilung vom 25.01. wird gesagt, dass die Stadt Luzern mit “29 modernen, sauberen und sicheren öffentlichen WC-Anlagen bestückt” werden soll. Wenn man aber den Masterplan genau liest, sind lediglich rund 8 neue WC-Anlagen geplant. Viele andere Toiletten werden “beobachtet, ev. saniert oder eher aufgehoben”. Der Grosse Stadtrat wird also am 04.03.2010 über 8 neue WC-Anlagen und ein paar Sanierungen abstimmen – für 2,5 Mio Franken.
Die geplanten neuen Toiletten (und Sanierungen) bedeuten Investitionen von 2,5 Mio. Franken.
Die Pflege und Wartung gemäss Masterplan ist mit Fr. 360′000 jährlich immer noch enorm teuer.
Die insgesamt rund 24 Standorte sind zuwenig und nur zentral vorhanden.Ich schlage eine radikale Lösung vor: nach einer Anlaufzeit der “Netten Toilette” die Abschaffung von allen öffentlichen Toiletten (ausser natürlich die Behinderten-Toiletten mir Eurokey)! Es gibt nur noch die “Netten Toiletten”. Mit diesem Konzept könnte die Stadt sehr viel Geld sparen, die Restaurants und Läden hätten mehr Kunden und der Vandalismus von öffentlichen Toiletten wäre vorüber. Der Aufwand für die Nette Toilette ist gering und bei dieser Lösung gewinnen einfach alle!
Kosten für die Stadt: pro Nette Toilette höchstens Fr. 1′200.– jährlich an Pflege- und Unterhalt für die Läden und Restaurants. Dies ergibt pro Jahr für beispielsweise 30 Toiletten Fr. 36′000.– an Pflege und Wartungskosten – ein Bruchteil der geplanten Kosten aus dem Masterplan! Der Betrag reicht gerade mal für zwei öffentliche Toiletten jährlich… Die Kosten sind also angesichts der heutigen Finanzlage ein überzeugendes Argument.
Der Restaurant- oder Ladenbesitzer erhält eine Entschädigung für seine bereits bestehenden Toiletten und – sogar den einen oder andern neuen Kunden!
Die Bevölkerung kann über die ganze Stadt verteilt Toiletten benutzen. Diese sind sauber und gepflegt. Sie befinden sich an Orten, wo man keine Angst zu haben braucht und sie sind auch bis spät in die Nacht geöffnet.
In Deutschland funktioniert das System in über 90 Städten erfolgreich! Im Masterplan wurde jedoch lediglich die Stadt Konstanz erwähnt…
Probleme, die die Stadt Luzern im Masterplan beschreibt:Jedes Unternehmen kann selber über eine Beteiligung entscheiden und dadurch sei die optimale Verteilung nicht gewährleistet. Ich sage: jedes Unternehmen ist interessiert, seine Kunden an sich zu binden und wird da mitmachen, erst recht gegen eine Entschädigung. Im übrigen ist die optimale Verteilung mit dem Masterplan sowieso nicht gewährleistet.
Begrenzte Öffnungszeiten der Betriebe: die Kontinuität ist gewährleistet, denn es haben ja nicht alle Gaststätten gleichzeitig Ferien.
Jederzeitige Rückzugsmöglichkeit der Restaurants: einmal eingeführt, wird kein Restaurant seine Kunden enttäuschen und die Nette Toilette wieder abschaffen.
Und hier noch ein paar interessante Links zu deutschen Städten:
Die erste Stadt war meines Wissens Aalen (66′000 Einwohner, siehe http://www.aalen.de/sixcms/detail.php?id=12877&_bereich=6). In Aalen gibt es neben ein paar Behinderten-Toiletten nur noch die “Netten”.
Ebenfalls eine grosse Stadt ist Tübingen (85′000 Einwohner, siehe http://www.tuebingen-info.de/nettetoilette.htm). Auch hier nur noch wenigen öffentliche und mehr “Nette”.
Oder Heidelberg mit 140′000 Einwohnern (http://www.heidelberg.de/servlet/PB/menu/1202778_l2/index.html).
Es gibt noch viele weitere Beispiele. Insbesondere habe ich keine negativen Beispiele gefunden…
Rebekka Bühlmann und Rahel Oswald studieren im dritten Semester Pflege an der ZHAW Winterthur. Für das Modul Chronic Condition mussten die beiden eine Arbeit über chronisch kranke Menschen schreiben. Dazu konnten sie eine Person über die Herausforderungen im Alltag interviewen. Die beiden haben an jemanden mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa gedacht und die SMCCV um Hilfe gebeten.
Wir haben natürlich sofort zugesagt und den Kontakt mit Tanja hergestellt. Diese Arbeit ist somit auch Teil der Öffentlichkeitsarbeit der SMCCV. Die SMCCV wird jede solche Möglichkeit wahrnehmen, denn je mehr Menschen Crohn und Colitis kennen, umso weniger einsam sind die Betroffenen, umso besser werden die Behandlungen und umso mehr Verständnis gibt es.
Hier also die Arbeit von Rebekka Bühlmann und Rahel Oswald, vielen Dank euch beiden und danke auch Tanja, dass sie sich für das Interview zur Verfügung gestellt hat!
Ich hoffe, dass das irgendwann wieder möglich sein wird…
1. Darstellung des Fallbeispiels
1.1 Personalien
Unser Interview konnten wir mit Tanja (Name geändert) durchführen. Sie stammt aus Basel, ist 22 Jahre alt und studiert im dritten Jahr Biologie an der Universität Basel. Seit viereinhalb Jahren lebt sie mit der Diagnose Morbus Crohn.
1.2 Wohnsituation / Soziales Umfeld
Tanja wohnt zusammen mit ihrer älteren Schwester bei ihren Eltern in einer zentral gelegenen Wohnung in der Stadt Basel. Tanjas Vater leidet an Colitis ulcerosa. Die Familie unterstützt sie in vielen Hinsichten, wobei Tanja aber auf eigenen Beinen steht und selber Entscheidungen fällt.
1.3 Definition
Die Website der Schweizerischen Morbus Crohn/ Colitis ulcerosa Vereinigung gibt folgende Angaben zur Diagnose an:
Morbus Crohn ist eine entzündlich-degenerative Darmerkrankung, welche die unterschiedlichen Abschnitte des Gastrointestinaltraktes betrifft. Die Diagnose wird häufig zwischen 20-40 Jahren und ab dem 60. Lebensjahr gestellt. Ausser den genetischen Anlagen ist die Ursache unbekannt. Jedoch existieren Annahmen von bakteriellen, viralen und weiteren Einflussfaktoren. Die wesentlichsten Symptome sind Diarrhö, Schmerzen im unteren Bauchbereich, Kraftlosigkeit und Müdigkeit. Es kann zusätzlich zu Gelenkproblemen, Hautveränderungen und Augenentzündungen kommen.
2. Krankheitsverlaufskurve (als PDF-Download)
2.1 Stadien
Vor Beginn der Krankheit hat Tanja nie wirklich das Gefühl gehabt krank zu sein. Die Beschwerden mit dem Magendarmtrakt hat sie immer auf psychische Faktoren abgeschoben. „Ich dachte es könnte an der Nervosität und Ungewissheit, vor dem was kommt, liegen.“ Seit Tanja die Diagnose kennt, muss sie regelmässig starke Medikamente einnehmen. Die Auseinandersetzung mit der Krankheit Morbus Crohn ist nun ein wichtiger Faktor den sie zu bewältigen hat. Trotz Medikamenten ist ihre Krankheit über die Dauer nie in eine stabile Phase gelangt. Es gibt Zeiten in denen sie gravierende Einschränkungen der Lebensqualität prägen. Dann leidet sie unter andauernder Diarrhö, Obstipation, Gelenkschmerzen und allgemeinem Unwohlsein.
Im Jahre 2006 hat sie mit den Medikamenten Pentasa® und Weihrauch einen ersten Erfolg erzielen können. Die Schübe sind nur noch halbjährlich ausgebrochen. Dennoch hat Tanja auch während den guten Phasen mit Nahrungsmittel-unverträglichkeiten und Magendarmbeschwerden umzugehen. „Es gibt Zeiten, da ist nichts erträglich. Dann bekomme ich Bauchweh weil ich nichts essen kann.“ Seit kurzem ist für Tanja klar, dass sie die Medikamente erneut wechseln muss. Sie hat eine Allergie auf Pentasa® entwickelt und zusätzlich greift die Entzündung die Gelenke an, womit eine neue Therapie eingeleitet werden soll. Diese basiert auf starken Immunsuppressiva. Die Liste der Nebenwirkungen ist für Tanja noch zu beängstigend, als dass sie zur Therapie gleich eingewilligt hätte. Da sie keine Medikamente nimmt, muss sie stets damit rechnen, dass es zu einem erneuten Schub kommen kann. Ihre Situation ist sehr instabil. Zusätzlich schwebt sie in einer Symptomunsicherheit. Wäre ihr nicht von Grund auf positives Gemüt in die Wiege gelegt worden, würde sie sich vermutlich im Krisenstadium befinden.
2.2 Behandlungsplan
Tanjas Gastroenterologe hat als Erstes versucht die Krankheit mit dem entzündungshemmenden Pentasa® (Aminosalicylate, Mesalazin) in den Griff zu bekommen. Leider haben die Medikamente nur gering gewirkt, so dass sich die Krankheit weiter verschlechtert hat. Cortison hat, als akuter Einsatz zur Entzündungshemmung, innert kürzester Zeit die Symptome verbessert. Neben-wirkungen wie Konzentrationsschwierigkeiten, Aufdunsen des Gesichtes oder die hohe Infektionsanfälligkeit haben sich schnell bemerkbar gemacht. Nach zweiwöchiger Cortisoneinnahme von ca. 40-90mg hat Tanja 5-10 mg der Dosis absetzten können. Als Folge hat sie wieder ein Schub heimgesucht. Erneut hat die hohe Cortisondosis die Situation verbessert, wobei sich die Prozedur später ein weiteres Mal ereignet hat.
Eine neue Therapie, kombiniert aus einem Antibiotikum mit einem Immunsuppresiva, ist injiziert worden. Bauchschmerzen und Erkältungsanfälligkeit sind dabei stark ausgefallen und das Medikament wurde abgesetzt. Die Therapie mit Pentasa® ist daraufhin wieder aufgenommen worden, dazu hat man Weihrauch komplementär dazu verwendet. Diese Medikation hat bei Tanja gute Wirkung gezeigt. Tanja litt nur noch halbjährlich an Schüben, welche man jeweils mit Cortison kuriert hat. Vor zwei Wochen hat sie die Cortison Medikation ein weiteres Mal beendet und hat die Pentasa® und Weihrauch Therapie wieder aufgenommen. Leider hat sich bei Tanja eine Allergie auf Mesalazin entwickelt. Im jetzigen Zeitpunkt steht Tanja ohne Therapieplan da. Es geht ihr soweit gut, jedoch muss sie sich darauf achten, nicht zu fettig, rahmig und üppig zu essen, da dies Symptome wie Bauchschmerzen und Diarrhö auslösen würde. Eine neue Therapie steht momentan zur Diskussion. Diese hat die Vorteile, dass Tanjas Gelenkbeschwerden mittherapiert werden. Das erhöhte Infektionsrisiko durch das Medikament stimmen sie aber nachdenklich. In nächster Zeit wird sie mit einer Rheumatologin zusammensitzen, mit der sie über diese mögliche Massnahme sprechen wird. Sie erhofft sich dadurch die Klärung ihrer Fragen.
2.3 Umstände die sich auf die Behandlung auswirken
Positive Umstände:
Bücher über die Krankheit haben ihr geholfen, das ganze Ausmass dieser Diagnose besser zu verstehen und damit umzugehen. Zudem unterhielt sie sich gerne in einem Forum mit ebenfalls Betroffenen. „Es ist schön zu wissen, dass es auch noch andere gibt. Der Gedanke, ah der geht’s genau gleich, beruhigt irgendwie“. Das angelernte Wissen vom Studium kann sie optimal mit der Krankheit in Verbindung bringen. Mit einer guten Freundin pflegt sie regen Kontakt. Durch ihren Vater ist die Familie an gastrointestinalen Erkrankungen gewöhnt. Für Tanja wurden durch die Diagnose keine speziellen Extramassnahmen ergriffen. Zudem überlassen sie die Entscheidung zur neuen Therapie Tanja selber. „Ich werde mit dem gleichen Erziehungsstil wie dem meiner älteren Schwester erzogen.“ Das führt wohl dazu, dass auch Tanja mit sich selber nicht zimperlich umgeht.
Negative Umstände:
Zu ihren Ärzten hat sie kein gutes Verhältnis aufbauen können. Informationen sind ihr nicht ausreichend abgegeben worden. Sie hat zu Beginn überhaupt nicht gewusst was auf sie zukommen wird. Auch für die neue, empfohlene Therapie fehlt ihr das fundierte Wissen von Seiten des Gastroenterologen.
2.4 Krankheitsmanagement / Bewältigung
Als Ausgleich zum Studium zeichnet Tanja gerne, hört Musik, macht Spaziergänge oder trifft sich mit Freunden. Dabei ist zu betonen, dass sich Tanja durch ihre Krankheit nicht so schnell einschüchtern lässt. Auch wenn sie Bauchweh und Darmbeschwerden hat, versucht sie die Treffen mit Freunden einzuhalten. Sie nimmt dabei in Kauf, dass sie sich vielleicht nach zwei Stunden bereits wieder verabschieden muss. Es liegt ihr am Herzen, ein annähernd normales Leben zuführen. Ihr Umgang mit der Krankheit ist ein Spiel zwischen Ablenkung, Verdrängung und persönlicher Konfrontation. Sie mag nicht immer darüber sprechen, da sie bereits jede Minute damit leben muss. „Ich will nicht ständig auf Menschen zugehen und sagen, mir geht es schlecht […] ich gebe keine grossen Hinweise, dass es mir manchmal nicht gut geht.“ Dennoch ist sie erfreut, wenn sich jemand nach ihrem Gesundheitszustand erkundet. Für unser Interview hat sie sich viel Zeit genommen. Offen und interessant hat sie über ihr Leben mit der Krankheit berichtet. Ihr Bewältigungsstil ist vom Gegensatz der Vermeidung und der Annäherung, wenn sie sich über ihre Krankheit auszutauschen kann, geprägt. Diese unspezifische Vermeidung erweist sich für Tanja als effektiv. Als leidenschaftliche Sportlerin hat sie zurzeit einen schweren Stand. Ihre Gelenkbeschwerden machen das Sporttreiben unmöglich. Eine wichtige Ressource wird ihr dabei genommen.
Die Medikamentennebenwirkungen lässt sie über sich ergehen und erträgt diese ohne auf andere Massnahmen zurückzugreifen. Ihre grösste Sorge zurzeit betrifft die Entscheidung für die neue Therapie sowie die Ungewissheit wann ein neuer Schub ausbrechen wird. Viele Fragen und Ängste liegen in der Luft.
2.5 Biografische Einflüsse
Tanja hat viele Jahre Leistungssport getrieben. Sie hat das Sportgymnasium besucht und hat somit beinahe täglich trainieren können. „Ich wollte eigentlich mit dem Sportstipendium nach Amerika, das kann ich nun nicht mehr.“ Heute dient ihr Sport als Ressource und Herausforderung.
Die Diagnose ist im Jahre 2004 gestellt worden. Tanja ist damals noch ins Gymnasium zur Schule gegangen. Der psychosoziale Stress, der die Krankheit in sich birgt ist für Tanja eine grosse Belastung gewesen. Nur einige Kolleginnen und Lehrer haben gewusst, was ihr wirklich fehlte. Da man ihr die Krankheit nicht offensichtlich angesehen hat, ist das Gerücht, sie leide an Anorexie, in der ganzen Schule kursiert. Es mangelte an ausreichender Unterstützung durch die Klasse und später auch durch die Lehrer. Zusätzlich stand noch die Matura an. Sie hat aber alles gemeistert und studiert nun Biologie an der Universität in Basel. Dort hat sie sich ein liebevolles Umfeld aufgebaut. Das Studium gefällt ihr sehr und hegt bereits Pläne für eine Masterarbeit.
Vielleicht hat der Sport sie als Kämpferin heranwachsen lassen oder es sind die vererbten Gene des positiven Denkens ihrer Mutter. Wünsche wie in die Toskana in die Ferien zu gehen oder im Winter Ski zu fahren lässt sie nicht aus den Augen. Es sind Antriebspfeiler, die sie das Leben geniessen lassen.
3. Schlusswort
Das Interview mit Tanja hat uns beeindruckt und es ist bemerkenswert wie Tanja mit der Erkrankung umgeht. In Bezug auf die Pflegerelevanz ist zu verdeutlichen, dass die Betreuung der ganzen Familie und vor allem die Informationsgabe ein wichtiger Bestandteil des Begleitens und Behandelns einer chronischen Krankheit ist. Trotzdem steht der Patient im Mittelpunkt, wobei die verschiedenen Einflüsse wie zum Beispiel Familie, Umfeld, Studium oder Kultur zusätzlich berücksichtig werden müssen. Durch das Kombinieren aller Faktoren kann sich ein optimaler Behandlungsweg ergeben.
Wir bedanken uns bei Tanja und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute und hoffen, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen und sie weiterhin so viel Kraft hat wie bis anhin.
4. Literaturverzeichnis
Inhaltliche Quellen
SMCCV (Schweizerische Morbus Crohn/ Colitis ulcerosa Vereinigung) [Online Aviable:] http://www.smccv.ch/ (25.11.2009)
[On-Line] Available: http://www.kompetenznetz-ced.de/ (25.11.2009)
Visuelle Quellen:
[On-Line] Available: http://www.n24.de/news/newsitem_1190737.html (25.11.2009)
Ganzes Dokument als PDF-Download.
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Was sollen wir Crohn- und Colitis-Patienten vom Jahr 2010 erwarten? Am liebsten hätten wir einfach ein normales Leben. Ein Leben ohne Krankheit, ein Leben ohne Crohn oder Colitis. Am liebsten einfach eine neue Therapie und alles ist weg! Einfach gesund sein…
Denn Gesundheit wäre ja eigentlich ein Geburtsrecht, oder? Können wir nicht auch ein wenig “gesünder” sein? Können wir! Auch mit der Krankheit können wir gesund sein. Doch ohne Fleiss kein Preis. Es gilt wie bei so vielem: wir müssen unsere Gewohnheiten konsequent “gesund” anpassen. Niemals sollten wir jedoch denken, dass wir ja eh krank sind und alles schon verloren ist!
Unsere Därme, alle unsere Organe und jede einzelne Zelle sind immer bestrebt, sich zu verbessern und uns zum Wohle zu arbeiten. Wenn wir also versuchen, zusammen mit der Natur, d.h. zusammen mit Körper und Geist gesund zu leben, um so eher finden wir selbst die neue Therapie bei Crohn oder Colitis!
Versuchen wir also im Jahr 2010 die neue Therapie als unsere neue Gewohnheit anzuwenden! Hier ein paar Vorschläge für die neue Therapie bei Crohn oder Colitis:
- Liebe dich selbst.
- Sei tapfer und zeige Zivilcourage.
- Höre auf deinen Körper und geh schlafen, wenn du müde bist.
- Trink sauberes Wasser.
- Iss keinen Müll (z.B. Fast Food).
- Verpass keine Folge von Spongebob.
- Gehe jeden Tag für eine Stunde an die frische Luft.
- Halte Mass – nicht nur bei unnötigen Süssigkeiten.
- Sprich mit der Natur – oder fotografier sie.
- Triff Bauchentscheidungen – schliesslich spricht dein Bauch das ganze Jahr mit dir.
- Ändere dich selbst, die andern kannst du nicht ändern.
Gerne warte ich auf eure Therapien für das Jahr 2010 bei Crohn oder Colitis!
Wir wissen alle am besten, welchen Einfluss Stress auf unsere Gesundheit hat. Besonders interessiert uns aber, wie sich das mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa und Stress verhält. Ich bin überzeugt, dass da jeder Mensch anders reagiert und man nicht verallgemeinern kann. Sicher ist – immer aus meiner Sicht – dass Stress sich negativ auf unsere chronisch entzündliche Darmerkrankung auswirken kann.
Nun, der folgende Artikel von Dr. med. Rafael J. A. Cámara bringt uns vielleicht neue Erkenntnisse.

Stress
Bessert Stressreduktion Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen?
Rafael J. A. Cámara, MD, Stefan Begré, MD, Roland von Känel, MD.
Department of General Internal Medicine, Division of Psychosomatic Medicine, Bern University Hospital, Inselspital, and University of Bern, Switzerland
Korrespondenzadresse:
Dr. med. Rafael Cámara
Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Abteilung für Psychosomatische Medizin
Universitätsspital Bern / Inselspital, Freiburgstrasse, CH-3010 Bern, Schweiz
Tel. +41 31 632 45 74, Fax +41 31 382 11 84, e-mail Rafael.Camara@insel.ch
Acknowledgments:
This work was supported by grant 33CSC0-108792 from the Swiss National Science Foundation to R.v.K. & S.B. (Mental Health Core Project of the Swiss Inflammatory Bowel Disease Cohort Study, SIBDCS).
Hintergrund
Aus medizinischer Sicht wird Stress am besten als Drei-Stufen-Kaskade verstanden. Die erste Stufe sind Stressoren, welche physisch (Schmerz, Kälte, Erschöpfung) oder psychisch sein können. Oft kann bereits die Vorahnung, dass in Zukunft eine unangenehme Situation auftreten könnte, ein Stressor sein. Die zweite Stufe ist die Art und Weise, wie Stressoren wahrgenommen, interpretiert und bewältigt werden.1 Hier spielen familiärer Hintergrund, Erfahrungen, soziale Unterstützung und aktueller Gemütszustand eine Rolle.2 Die Stressantwort ist die dritte Stufe. Diese soll den Körper durch momentane Steigerung der Aktivität und Unterdrückung von Schmerz, Fieber, etc. auf eine Kampf/Flucht-Situation vorbereiten.3 Die Stresshormone Adrenalin und Cortisol sind hierbei von Bedeutung.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind kaum in erster Linie stressbedingt.4 Es ist jedoch gezeigt worden, dass kontinuierlicher Stress von Menschen und anderen Säugetieren nicht gut toleriert wird; und zwar seelisch und körperlich; egal, ob eine chronische Erkrankung schon vorhanden ist oder nicht. Ein spannendes und einfach zu lesendes Buch veranschaulicht, dass die Stressantwort nur für kurze Stressphasen geeignet ist, wie Beispielsweise die Verfolgung durch ein Raubtier.5 Wir aber neigen dazu, mit unseren gegenwärtigen und zukünftigen Alltagsproblemen dauerhaft Stressantworten in uns auszulösen (Arbeitsplatz, soziale Situation, Gesundheit, etc.).
Fragestellung
Da Stressantworten schon durch blosse Antizipation von Schwierigkeiten ausgelöst werden können, sollte es möglich sein, durch passendes Training überflüssige Stressantworten zu minimieren und so die Gesundheit positiv zu beeinflussen. Wir wollten wissen, ob sich dieses Prinzip auf Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen anwenden liesse.

Methode
Im Online-Zeitschriftenkatalog PubMed haben wir nach Studien gesucht, in denen versucht worden war, durch Reduktion von Stressantworten den Verlauf Chronisch Entzündlicher Darmerkrankungen positiv zu beeinflussen. Die genaue Methode, die wir bei der Suche und Analyse der Studien angewendet haben, wurde in einem Artikel erläutert, der im Frühjahr 09 in der Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie veröffentlicht wird.6
Ergebnis
Wir haben insgesamt 10 verschiedene zwischen 1986 und 2007 publizierte Studien untersucht, an welchen teilweise dieselben Patienten teilgenommen haben.7-16 Je nach Studie wurde vorwiegend autogenes Training durchgeführt, diverse Entspannungstechniken geübt, oder Strategien zur Bewältigung von Stressoren besprochen. In drei Studien hatten die Teilnehmer einem Morbus Crohn, in weiteren drei eine Coltis Ulcerosa und in vier waren die Diagnosen gemischt. Für eine detaillierte Beschreibung der Planung und Durchführung der Studien sei auf den Artikel der Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie verwiesen.6 Deters Gruppe fand, dass die Zahl der krankheitsbedingten Arbeitsausfälle durch Entspannungstechniken abnehmen würde.7 Die Gruppe von Garcia-Vega fand, dass Stressmanagement zu weniger Bauchschmerzen führen würde.10 Künsebecks Gruppe fand, dass psychologische Unterstützung während akuten Schüben zu einer Reduktion der Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte führen würde.15 Die Gruppe um Milne fand, dass sich die Krankheitsaktivität durch Stressmanagement vermindern liesse.16
Diskussion
Für die akademisch interessierte Leserschaft, die mehr über die Stärken und Schwächen der untersuchten Studien erfahren möchte, ist der Artikel der Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie zu empfehlen.6 Dort ging es darum, Vorschläge auszuarbeiten, wie Studien in Zukunft geplant werden sollten, um schlüssigere Ergebnisse zu erhalten.
In diesem Text wollten wir die Frage nach einem positiven Einfluss stressreduzierender Verfahren auf den Verlauf Chronisch Entzündlicher Darmerkrankungen diskutieren. Diese Frage liess sich jedoch nicht schlüssig beantworten, da die Zahl der bisher durchgeführten Studien zu klein und die Langzeitverläufe unbekannt waren. Wohl wurden einige positive Effekte gefunden, aber das waren verhältnismässig wenige, verglichen mit der grossen Zahl an krankheitsbezogenen Aspekten, an denen der Verlauf gemessen worden war. Im Übrigen wäre es noch nicht damit getan, nachzuweisen, dass der Verlauf Chronisch Entzündlicher Darmerkrankungen durch Stressreduktion positiv beeinflusst wird. Dieser Einfluss müsste gross genug sein, um sich für die Patienten zeitlich und finanziell zu lohnen. Es besteht also ein Bedarf an weiterer Forschung, um das Potential von Stressreduktion zu ergründen. Bei genügend grossem Nutzen wären die Vorteile dieser Methode vor allem darin zu sehen, dass die Nebenwirkungen gering wären und die Patienten die Techniken, einmal gelernt, für sich weiterentwickeln könnten.

Literaturverzeichnis
1. Lazarus RS, Folkman S. Stress, appraisal, and coping. New York: Springer Pub. Co.; 1984.
2. Adler N, Matthews K. Health psychology: why do some people get sick and some stay well? Annu Rev Psychol. 1994;45:229-259.
3. Chrousos GP, Gold PW. The concepts of stress and stress system disorders. Overview of physical and behavioral homeostasis. JAMA. 1992;267:1244-1252.
4. Baumgart DC, Carding SR. Inflammatory bowel disease: cause and immunobiology. Lancet. 2007;369:1627-1640.
5. Sapolsky RM. Why Zebras don’t get ulcers. New York: Holt Paperback, 3rd ed.
6. Cámara RJ, Begré S, von Känel R. Der Effekt stressreduzierender Interventionen auf Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen: Qualitätskontrolle von 10 therapeutischen Studien. Z Psychosom Med Psychother. 2010; Heft 2.
7. Deter HC, Keller W, von Wietersheim J, et al. Psychological treatment may reduce the need for healthcare in patients with Crohn’s disease. Inflamm Bowel Dis. 2007;13:745-752.
8. Langhorst J, Mueller T, Luedtke R, et al. Effects of a comprehensive lifestyle modification program on quality-of-life in patients with ulcerative colitis: a twelve-month follow-up. Scand J Gastroenterol. 2007;42:734-745.
9. Elsenbruch S, Langhorst J, Popkirowa K, et al. Effects of mind-body therapy on quality of life and neuroendocrine and cellular immune functions in patients with ulcerative colitis. Psychother Psychosom. 2005;74:277-287.
10. Garcia-Vega E, Fernandez-Rodriguez C. A stress management programme for Crohn’s disease. Behav Res Ther. 2004;42:367-383.
11. Keller W, Pritsch M, von Wietersheim J, et al. Effect of psychotherapy and relaxation on the psychosocial and somatic course of Crohn’s disease: main results of the German Prospective Multicenter Psychotherapy Treatment study on Crohn’s Disease. J Psychosom Res. 2004;56:687-696.
12. Maunder RG, Esplen MJ. Supportive-expressive group psychotherapy for persons with inflammatory bowel disease. Can J Psychiatry. 2001;46:622-626.
13. Jantschek G, Zeitz M, Pritsch M, et al. Effect of psychotherapy on the course of Crohn’s disease. Results of the German prospective multicenter psychotherapy treatment study on Crohn’s disease. German Study Group on Psychosocial Intervention in Crohn’s Disease. Scand J Gastroenterol. 1998;33:1289-1296.
14. Schwarz SP, Blanchard EB. Evaluation of a psychological treatment for inflammatory bowel disease. Behav Res Ther. 1991;29:167-177.
15. Künsebeck HW, Lempa W, Freyberger H. Kurz- und Langzeiteffekte ergänzender Psychotherapie bei Morbus Crohn. In: Lamprecht F, ed. Spezialisierung und Integration in Psychosomatik und Psychotherapie. 3 Berlin: Springer; 1987:253-262.
16. Milne B, Joachim G, Niedhardt J. A stress management programme for inflammatory bowel disease patients. J Adv Nurs. 1986;11:561-567.
Winterthur, 04.11.2009, Kantonsspital
Die Schweizerische Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung SMCCV ist die Patientenvereinigung für die über 12‘000 Menschen mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung (CED) in der Schweiz. Eine der wichtigsten Aufgaben der SMCCV ist, den Betroffenen bei der Bewältigung ihrer oft schwierigen Lebenssituation zu helfen. Damit dies auch effektvoll geschehen kann, sind Informationen über die Probleme und deren Behandlung von grosser Wichtigkeit.
Zum zweiten Mal nach 2007 findet in Winterthur eine Informationsveranstaltung zum Thema chronisch entzündliche Darmkrankheiten statt. Dazu möchten wir Sie herzlich einladen. Die Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos und erfordert keine Anmeldung. Für Fragen stehen die Organisatoren gerne zur Verfügung.
Bern, 06.11.2009, Hotel Bern
Die Schweizerische Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung SMCCV ist die Patientenvereinigung für die über 12‘000 Menschen mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung (CED) in der Schweiz. Eine der wichtigsten Aufgaben der SMCCV ist, den Betroffenen bei der Bewältigung ihrer oft schwierigen Lebenssituation zu helfen. Damit dies auch effektvoll geschehen kann, sind Informationen über die Probleme und deren Behandlung von grosser Wichtigkeit.
Alle 2 Jahre führen wir einen Informationsabend zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen in Bern durch. Zu unserer Veranstaltung im 2009 laden wir Sie sehr herzlich ein. Patienten, welche an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leiden, sind häufig nicht nur dazu verpflichtet, regelmässig Medikamente einzunehmen, sondern sie begegnen in ihrem Patientendasein auch unterschiedlichen medizinischen Disziplinen. Aus diesem Grunde gibt es an unserem Informationsabend Informationen durch einen Röntgenfacharzt, einem auf Morbus Crohn spezialisierten Viszeralchirurgen, einen Psychosomatiker und einen Gastroenterologen. Wir würden uns freuen, wenn Sie zu dieser Veranstaltung am 06.11.2009 um 18.00 Uhr kommen. Ihre Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos und erfordert keine Anmeldung. Für Fragen stehen die Organisatoren gerne zur Verfügung.
Sie ist unverzichtbar für das Überleben des Menschen – und kann gleichsam tödlich sein: Entzündung, jene fein austarierte Abwehrleistung des Körpers gegen Eindringlinge. Gegen Bakterien, Viren, Pilze. Diese Reaktion des Immunsystems ist allerdings lebensgefährlich, wenn sie chronisch wird. Dann zerstört Entzündung gesunde Organe. Immer mehr Menschen sind davon betroffen, vor allem in den Industriegesellschaften. Ein Zivilisationsphänomen.
Video von “Exzellenzcluster Entzündungsforschung”.
Eine Diskussion um Risiken von der Anti-TNF-Therapie mit Remicade®, Humira®, Cimzia® und Co. finden Sie auf der Seite von der Deutschen Crohn-/Colitis-Vereinigung (DCCV). Diese Medikamente greifen ja schon ziemlich massiv in unser Immunsystem ein. Wir Patienten stellen uns daher daher einige Fragen und eine Unsicherheit bleibt… Vorallem interesseren uns die Langzeiterfahrungen (über 5 bis 10 Jahre) und damit zusammenhängende Wirkungsverluste und/oder Nebenwirkungen (Amerikanische Arzneimittelbehörde verschärft die Warnung vor Krebs bei TNF-alpha-Blockern, via DCCV).
Heute haben wir Post (siehe da PDF Rückmeldung) von der Stadt Luzern erhalten. Unsere Anliegen wurden geprüft und entgegengenommen. “Einige aufgeführte Punkte und Vorschläge werden wir im Masterplan bzw. im Bericht und Antrag berücksichtigen und einfliessen lassen…”. Gemäss der Rückmeldung der Stadt Luzern wird folgendes berücksichtigt:
- Toilette beim Ruderzentrum Rotsee wird überprüft und bleibt vorläufig bestehen. Umbgebung gilt als Entwicklungsgebiet.
- Toilette bei der Musikhochschule Dreilinden (Konservatorium) wird überprüft und bleibt vorläufig bestehen.
- Toilette beim Carl-Spittelerquai wird überprüft und bleibt vorläufig bestehen. Neuer Standort wird im Rahmen der Entwicklung überprüft.
- Toilette Kreuzstutz wird überprüft und bleibt vorläufig bestehen. Neuer Standort wird im Rahmen der Entwicklung überprüft.
- Für VBL-Endstationen (3) ist die Übergabe und Nutzung sowie Unterhalt an die VBL geplant. Es wird ein Eurokey-Zugang abgeklärt.
- Bei der SGV-Landestelle wurde ein WC-Anlage für Behinderte realisiert.
- Bessere Beschriftung und Beleuchtung ist ebenfalls Teil der Investionen des Masterplans.
Ein paar aus unserer Sicht ganz wichtige öffentliche Toiletten werden demzufolge geschlossen (in Klammern nur jeweils ein Argument für den Erhalt):
- Carpark Landenberg (Chauffeure?)
- Alpenquai Seepark (grosse Menschenmengen im Sommer)
- Bundesplatz (Ausgang Stadt Richtung Langensand/Neustadt)
- Bleichergarten (Naherholungsgebiet / Spielplatz)
- Eichhof (Einzugsgebiet Allmend, Altersheime Eichhof/Steinhof)
- Geissmatt (Spaziergänger entlang Reuss…)
- Maihof Schulhaus (Fussgänger Alterszentrum Rosenberg und Spital)
- Zwyssigplatz (Altersheime Unterlöchli, Wesemlin)
- Lido Carparkplatz (Car-Chauffeure)
- Churchill-Quai (Naherholungsgebiet)
Leider war nirgends ein Hinweis über die Unterstützung der “Netten Toilette”…
- “Nette Toilette” für Luzern? (Artikel in der NLZ Neue Luzerner Zeitung vom 21.09.2009).
- Sieben WCs bleiben (NLZ vom 26.09.2009)
Link zu 10vor10
Kommentar folgt
, danke auf jeden Fall dem Schweizer Fernsehen und dem Team von 10vor10 für die Unterstützung!
In Facebook gibt es bereits eine “Nette Toilette” – Gruppe! Danke an Thomas Senn für die Gründung!
“Nette Toilette” für Luzern? (Artikel in der NLZ Neue Luzerner Zeitung vom 21.09.2009).
Link zu 10vor10
In der Neuen Luzerner Zeitung vom 16.09.2009 wurden die drei Kandidaten für den Stadtrat zu verschiedenen Themen befragt (die Wahl findet am 27.09.09 statt). Die für uns interessanteste Frage bzw. die entsprechende Antwort darauf war:
Soll die Zahl öffentlicher Toiletten aus- oder abgebaut werden?
Hier die Antworten – die (fast) durchaus in unserem Sinn sind…
Bei öffentlichen Toiletten sollte nicht gespart werden. Das ist kein Leistungsabbau für eine kleine Gruppe, sondern für alle. Bereits das Angebot in Littau, mit zwei WC, ist sehr begrenzt und müsste erweitert werden.
Wenn man die Reaktionen sieht, muss man das Angebot eher ausbauen. Das Bedürfnis zum Beispiel von Familien mit Kindern ist sicher gegeben. Es gibt in andern Städten gute Systeme, etwa in Paris, die man übernehmen könnte. Die sind zwar etwas teurer in der Anschaffung, aber günstiger im Unterhalt.
Es braucht dort öffentliche Toiletten, wo es auch Leute hat. Dass sich dies auf die Kernstadt konzentriert, ist für mich logisch. In Littau haben wir nur zwei öffentliche WC, und in den letzten paar Jahren sind keine weiteren Anliegen an den Gemeinderat gekommen. Aber auch hier muss man genau schauen, wie sich die beiden Ortsteile entwickeln.
Dann warten wir doch mal die Wahlen ab – und beobachten genau weiter…

- Schicker Jugendstil-Pavillon: Aus einer öffentlichen WC-Anlage in Frankfurt wurde das Café Lala Mamoona. © F.A.Z. – Anna Jockisch
Vom Sultan und seiner marokkanischen Sklavin: Café-Bar Lala Mamoona… Einst war das Bauwerk aus der Kaiserzeit ein Schandfleck in Frankfurt. Wie aus dem 1906 erbauten, ehemaligen Klohäuschen ein architektonisches Juwel mit märchenhafter Story wurde, lesen Sie hier:
Auch in Nürnberg wurde eine alte (geschlossene) öffentliche WC-Anlage zu einem Café umgebaut. Und das gibt nur Vorteile: Der Park wird wieder belebt und – es gibt auch wieder Toiletten!
Ein weiteres bekanntes Beispiel für die erfolgreiche Umnutzung einer öffentlichen WC-Anlage ist die “Alsterperle” in Hamburg.
Vom Sultan und seiner marokkanischen Sklavin:
Café-Bar Lala Mamoona
Einst war das Bauwerk aus der Kaiserzeit ein Schandfleck in Frankfurt. Inzwischen gilt das 1906 erbaute, ehemalige Klohäuschen als architektonisches Juwel mit märchenhafter Story. Der ideale Ort für ein nettes Café mit Park, auch für kleine Feiern geeignet.
Die geplante Schliessung von öffentlichen Toiletten in Luzern ist nicht nur aus unserer Sicht fragwürdig. Es gibt einige Leserbriefe zum Thema und ich danke allen, die sich für Patienten, Rentner und Behinderte einsetzen!
Wenn auch Sie uns unterstützen wollen, melden Sie sich bei uns – oder schreiben doch auch Sie einen Leserbrief!
Danke folgenden Leserbriefschreibern!
Bruno Raffa, SMCCV
Rosmarie Sigrist, Luzern
Hans Peter Lüthi, Ebikon
Werner Häfliger, Kriens
Heidy Rieder-Pfister, Luzern
Raoul Bussmann, Luzern
Links zu den Leserbriefen:
- Es braucht genug öffentliche Toiletten (Zisch und NLZ vom 21.08.2009)
- Protest gegen Schliessung von öffentlichen WCs (Zisch und NLZ vom 25.08.2009)
- WCs: Sanieren, nicht eliminieren (Zisch und NLZ vom 27.08.2009)
Die Stadt Luzern hat am 17.08.2009 zur Info-Veranstaltung über den geplanten WC-Abbau eingeladen. Es geht letztendlich darum, wie im Masterplan der Stadt beschrieben, die WC-Anlagen von heute 40 auf rund 24 zu reduzieren.
An der Info-Veranstaltung war ich anwesend und habe selbstverständlich für Menschen mit Crohn/Colitis aber auch für Menschen mit Blasenschwäche oder älteren Menschen gesprochen. Heute steht im Zisch, dass nur die Patientenvereinigung SMCCV den Masterplan kritisiert habe. Wir sind aber überzeugt, dass sich andere Betroffene und Organisationen im weiteren Vernehmlassungsverfahren kritisch zum geplanten WC-Abbau in der Stadt Luzern äussern werden.
Das Gebäudemanagement verstehe unsere Anliegen, müsse aber auf die Mehrheit der Leute eingehen. Nur, was ist die Mehrheit der Leute? Wieviele Menschen leiden an Krankheiten wie Blasenschwäche, Reizdarm, Crohn/Colitis? Es handelt sich hier nicht um Minderheiten wie man meinen könnte:
- Reizdarmsyndrom: ca. 20% der Bevölkerung (= 14′000 Luzerner)
- Blasenschwäche: ca. 6% der Bevölkerung (= 4′200 Luzerner)
- Crohn/Colitis: ca. 0,3% der Bevölkerung (= 210 Luzerner)
- Ältere Menschen, die nicht mehr so beweglich sind (über 21% der Luzerner ist über 65jährig!) -> übrigens ist diese Zahl höher als in andern Städten (siehe www.lustat.ch)
Die Schliessung von WC-Anlagen ist für uns Patienten angesichts unserer Symptome unverständlich. Selbstverständlich begrüssen wir jede Erneuerung von WC-Anlagen. Jedoch gerade auch in den Aussenquartieren und Parkanlagen sind öffentliche Toiletten notwendig.
Es gäbe viele weitere Lösungsansätze als die Schliessung von Toiletten. Warum wurde im Masterplan beispielsweise die “Nette Toilette” nicht gründlicher geprüft? Dieses System wird in vielen deutschen Städten mit Erfolg angewendet. Restaurants und Läden stellen ihre Toiletten öffentlich zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten sie von der Stadt einen Zuschuss. Das Ziel, eine quantitative und qualitative Verbesserung des Angebots an kostenlosen, öffentlichen Toiletten im innerstädtischen Bereich kann auch so erreicht werden. Man könnte auf teure Chromstahltoiletten verzichten, mit dem Geld Toiletten in den Quartieren modernisieren und diese auch behindertengerecht ausrüsten.
Links:
- NLZ 18.08.2009
- Artikel im Zisch
- Umfrage im Zisch
- Masterplan öffentliche WC-Anlagen der Stadt Luzern
- Leserbrief SMCCV WC Luzern (Zisch)
- WC-Kontroverse: «Nette Toiletten» als Lösung? Artikel im Zisch.
- Wie man mit “öffentlichen Toiletten” Geld verdienen kann, der Inder Bindeshwar Pathak wird auf der Weltwasserwoche geehrt.
- Die Klo-Offensive: Hamburg will mehr Toiletten!
- Weitere Leserbriefe in der Neuen Luzerner Zeitung vom 25.08.2009: Leserbriefe (via Zisch).
- VBL kämpfen für Toiletten (Blick am Abend vom 27.08.2009)
Aus dem Beobachter:
“In der Gruppe verstehen alle, wovon ich rede, weil sie täglich Gleiches oder Ähnliches erfahren. Ich brauche mich nicht zu rechtfertigen, brauche nichts zu erklären.
Klar, wir können uns gegenseitig die Krankheit in der Familie nicht abnehmen. Aber gemeinsam lässt sich die schwierige Situation besser akzeptieren und es hilft die Isolation zu überwinden. Wir ermutigen uns gegenseitig neue Ansätze zu finden und Schritte zur Veränderung zu wagen.”
(“M. W., Selbsthilfegruppe für Angehörige von psychisch Leidenden)
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa können uns von unseren Mitmenschen isolieren. Besser gesagt: viele von uns isolieren sich selbst von den andern. Kein Wunder bei Symptomen wie ständigem Durchfall und Blähungen. Wer will sich da schon unter die Leute mischen? Das kann sehr peinlich sein und wir stossen schnell mal auf Unverständnis. Manchmal halten uns auch die Behandlungen davon ab, unser zuhause zu verlassen. Denken wir nur mal an die, die ständig Cortison zu sich nehmen und an die damit verbundenen Mondgesichter. Also bleiben wir lieber zuhause…
Doch es gibt ja viele andere, die an Crohn oder Colitis leiden – rund 16′000 in der Schweiz. Also warum sich nicht mit diesen Menschen treffen? Sich austauschen über die speziellen Probleme, die wir haben? Als ich – nach etwa 2 Jahren Isolation – zum ersten mal mit andern Erkrankten zusammengekommen bin, ging es mir viel besser. Die Gespräche mit andern Betroffenen taten mir so gut, dass ich mich auch wieder unter andere Menschen getraute. Der Erfahrungsaustausch kann uns helfen, aus der Isolation und der Einsamkeit herauszutreten.
Möglichkeiten, sich mit andern Erkrankten zu treffen, gibt es viele. Es gibt einige Selbsthilfegruppen in vielen grösseren Städten der Schweiz, die Kontaktadressen gibt Ihnen gerne die Schweiz. Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (SMCCV) weiter. Ebenfalls Gelegenheit zu Kontakten mit andern Betroffenen sind die Info-Veranstaltungen der SMCCV (siehe Kalender der SMCCV).
Hier die nächsten Veranstaltungen der SMCCV:
- SMCCV Vereinsreise: 12. September 2009 (Anmeldeschluss verlängert bis 22.08.2009)
- Info-Veranstaltung Chur: 24. September 2009
- Info Veranstaltung Fribourg: 24. September 2009
- Info-Veranstaltung Zürich: 3. Oktober 2009
- Info-Veranstaltung in Winterthur: 4. November 2009
- Info-Veranstaltung in Bern: 6. November 2009
Selbstverständlich gibt es auch online die Möglichkeit, mit andern Betroffenen zu chatten und sich auszutauschen. Diese Online-Kontakte haben den grossen Vorteil, dass ich trotz Krankheit und Schub nicht alleine sein muss. Ich kann mitten in der Nacht mit jemanden “sprechen”, wenn ich z.B. aufgrund von (zuviel) Cortison wieder mal eine Heisshungerattacke habe und nicht schlafen kann. Die Gruppen und Foren sind 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche geöffnet… und ich finde sicher jemanden, mit dem ich chatten kann. Hier ein paar wichtige Links:
- SMCCV Homepage: www.smccv.ch
- SMCCV auf Facebook: www.groups.to/crohncolitis/
- SMCCV Forum: www.smccv.ch/phpbb3/
- SMCCV Twitter: www.twitter.com/smccv
- DCCV Forum (Deutschland): www.tinyurl.com/o6vp3v
- Cröhnchen-Klub Forum: www.croehnchen-klub.de
Nun, offline oder online: wichtig ist der Kontakt mit andern Betroffenen so oder so. Ich kann dort mehr erfahren über Behandlungen, Ärzte, Symptome und viele andere gemeinsame Probleme. Egal was das Problem ist, es ist sehr wahrscheinlich, dass jemand anders bereits ähnliche Erfahrungen gemacht hat und kann mir weiterhelfen kann. Ebenso ist das Einfühlunsvermögen und das Verständnis für die Krankheit in solch einer Gruppe sehr viel höher als eines Nicht-Betroffenen.
Viele Infos zu Selbsthilfegruppen findet man auch hier: www.kosch.ch. KOSCH ist die Dachorganisation der regionalen Kontaktstellen für Selbsthilfegruppen in der Schweiz.
Definition Selbsthilfegruppe:
Was ist eine Selbsthilfegruppe?
”Selbsthilfegruppen sind freiwillige, meist lose Zusammenschlüsse von Menschen, deren Aktivitäten sich auf die gemeinsame Bewältigung von Krankheiten, psychischen oder sozialen Problemen richten, von denen sie – entweder selber oder als Angehörige – betroffen sind. Sie wollen mit ihrer Arbeit keinen Gewinn erwirtschaften. Ihr Ziel ist eine Veränderung ihrer persönlichen Lebensumstände und häufig auch ein Hineinwirken in ihr soziales und politisches Umfeld. In der regelmässigen, oft wöchentlichen Gruppenarbeit betonen sie die Authentizität, Gleichberichtigung, gemeinsames Gespräch und gegenseitige Hilfe. Die Gruppe ist dabei ein Mittel, die äussere (soziale gesellschaftliche) und die innere (persönliche seelische) Isolation aufzugeben. Die Ziele von Selbsthilfegruppen richten sich vor allem auf ihre Mitglieder und nicht auf Aussenstehende. Darin unterscheiden sie sich von anderen Formen des Bürgerengagements. Selbsthilfegruppen werden nicht von professionellen Helfern geleitet. Manche ziehen jedoch gelegentlich Experten zu bestimmten Fragestellungen hinzu.” Definition des Fachverbands Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.
Keine Selbsthilfegruppe ist:
Nicht als Selbsthilfegruppen gelten Gruppen,
- die über die Startphase hinaus von einer nicht selber betroffenen Fachperson geleitet werden, welche – noch eindeutiger – dafür ein Honorar bezieht und – ganz eindeutig – deren Vertragspartner nicht die Gruppe, sondern jedes einzelne Mitglied ist
- bei denen die Verantwortung bei einer Organisation und nicht bei der Gruppe selber liegt, z.B. über die Aufnahme neuer Mitglieder, über Zielsetzungen, über die Zuteilung der Leitungsfunktionen, über Dauer und Häufigkeit der Treffen
- in denen nicht die Erfahrungen der Mitglieder, sondern das Bekanntmachen und Einüben einer bestimmten Methode im Vordergrund stehen, insbesondere wenn diese Methode von einer nicht selber betroffenen Fachperson gelehrt wird
- die in krasser Weise von einem Mitglied dominiert werden
- die kommerzielle Ziele verfolgen
- Kurse aller Art.
- Organisationen und Verbände, auch wenn die Mitglieder eine Krankheit oder Behinderung haben, und auch wenn die Förderung von Selbsthilfe ein Verbandsziel ist
Aus aktuellem Anlass folgt ein Artikel von Prof. Dr. med. Frank Seibold zur Schweinegrippe und chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa). Weitere Infos findet ihr auf der offiziellen Seite zur Schweinegrippe des BAG: http://www.pandemia.ch/.
Schweinegrippe und chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Prof. Dr. med. Frank Seibold
Die Schweiz wie auch viele andere Länder weltweit sind in heller Aufregung wegen der Schweinegrippe. Täglich bekomme ich die Frage gestellt: „habe ich als Crohn- oder Colitis-Patient ein höheres Risiko an einer Schweinegrippe zu erkranken als die Normalbevölkerung“ oder „soll ich meine Medikamente pausieren bis die Schweinegrippe vorbei ist?“.
Leider besteht eine deutliche Hysterie bezüglich der Schweinegrippe. Das Schweinegrippevirus ist ein neues Grippevirus. Nachdem was bisher bekannt ist, ist es sehr ansteckend, allerdings scheinen die Erkrankungsverläufe nicht so dramatisch zu sein wie es zuerst angenommen wurde. Einen 100%igen Schutz sich nicht anzustecken, gibt es leider nicht. Dennoch sind etliche Verhaltensregeln durch das Bundesamt für Gesundheit publiziert worden. Diese umfassen den Ratschlag, dass Patienten, die an Fieber erkranken, zu Hause bleiben sollen, um zu verhindern, dass weitere Personen angesteckt werden. Das gründliche Waschen von Händen, das Meiden von engen persönlichen Kontakten insbesondere zu Personen die evtl. infiziert sein können, gehören zu diesen Richtlinien.
Wenn Sie dennoch an der Schweinegrippe erkranken sollten, ist es ratsam, sofern sie eine Therapie haben, die ihr Immunsystem beeinflusst, Ihren behandelnden Gastroenterologen zu informieren. Insbesondere wenn Sie an schweren Grippesymptomen leiden, ist die Information Ihres betreuenden Arztes von Wichtigkeit. Gegebenenfalls kann eine immunsuppressive Therapie – beispielsweise eine Therapie mit Azathiopin, 6-Mercaptopurin oder auch Methotrexat – für eine kurze Zeit pausiert werden, damit Sie die Grippe wieder schneller loswerden. Eine Infusion mit Infliximab (Remicade) oder Injektionen mit Adalimumab ( Humira) oder Certolizumab (Cimzia) sollte im akuten Krankheitsstadium natürlich nicht verabreicht werden. Ansonsten dürfen wir hoffen, dass möglichst bald ein geeigneter Grippeimpfstoff auf den Markt kommt. Alle Patienten die mit einem Immunsystem unterdrückenden Medikament (z.B. Imurek, Azarek, Purinetol, Methotrexat und TNF-Blocker) behandelt werden, sollten sich einer Grippeimpfung unterziehen.
Prof. Dr. med. Frank Seibold
Chefarzt Gastroenterologie
Crohn-Colitis Zentrum
Spital Netz Bern
Spital Tiefenau
Tiefenaustr. 112
3004 Bern
La grippe porcine et les maladies inflammatoires chroniques de l’intestin
La grippe porcine et les maladies inflammatoires chroniques de l’intestin La Suisse, ainsi que de nombreux autres pays, est au qui-vive face à la menace de la grippe porcine. Chaque jour, on me demande: “En tant que patient de maladie de Crohn ou de colite ulcéreuse, est-ce que j’ai un risque plus élevé que la population normale d’attraper la maladie ? », ou : “est-ce que je dois arrêter de prendre mes médicaments jusqu’à ce que la grippe porcine soit terminée?”.
Il y a malheureusement une véritable hystérie concernant la grippe porcine. Le virus de la grippe porcine est un nouveau virus de grippe. Selon nos connaissances actuelles, bien qu’elle soit très contagieuse, la maladie ne semble pas être aussi dramatique qu’envisagé de prime abord. Il n’existe malheureusement pas un moyen de protection à 100% efficace. Pourtant, plusieurs règles de comportement ont été publiées par l’Office Fédéral de la Santé Publique, qui donne les conseils suivants: les patients ayant de la fièvre doivent rester chez eux afin d’empêcher la contamination d’autres personnes. Se laver minutieux les mains, éviter les contacts de proximité avec des personnes, particulièrement avec celles susceptibles d’être contaminées, font partie de ces directives.
Si vous deviez cependant attraper la grippe porcine et que vous soyez sous thérapie ayant une action sur le système immunitaire, il est conseillé d’en informer votre gastro-entérologue. Surtout si vous souffrez d’importants symptômes grippaux, il est essentiel d’en informer votre médecin traitant. S’il y a lieu, il faudrait arrêter pour un court laps de temps votre thérapie immunosuppressive – par exemple une thérapie à l’azathioprine, au 6-mercaptopurine ou encore au méthotrexate – pour vous débarrasser rapidement de la grippe. Une perfusion d’Infliximab (Remicade) ou des injections d’Adalimumab (Humira) ou de Certolizumab (Cimzia) ne devraient bien entendu pas être administrées dans une phase aiguë de la maladie. Sinon, il ne nous reste plus qu’à espérer qu’un vaccin antigrippal adéquat soit rapidement disponible. Tous les patients traités avec des médicaments abaissant le système immunitaire (comme par exemple l’Imurek, l’Azarek, le purinétol, le méthotrexate et les anti-TNF), devraient se faire vacciner contre la grippe.
Prof. Dr. med. Frank Seibold
Download the factsheet (flu and “swine” flu), from EFCCA breaking news, Swine Flu and IBD (PDF).
EFFCA breaking news nr. 4 – SPECIAL ISSUE
- FLU AND IBD -
Influenza is a viral infectious disease caused by some influenza viruses. These viruses are characterized by some surface proteins (called H and N) that distinguish the different kinds of agents. Common seasonal influenza is caused by the type A virus, with two subtypes, H1N1 and H3N2 that affect million of people every year. Recently, a new H1N1 virus has widespread in all continents determining a new pandemic influenza (known as swine flu), that resulted more contagious than seasonal flu. The WHO is monitoring the spreading of this new kind of illness and morbidity and mortality rate. Even though more contagious, mortality rate is rather low (about 0,3% in Europe), especially concerning people with severe comorbidities. Both seasonal flu and “swine” flu can have a mild severity up to lead to death. They usually cause asthenia, fever, cough, muscular and joints pain, and are often self-limiting. Some patients with cardiac or respiratory diseases may have complications of their diseases due to influenza. The best way to prevent the infection is to vaccine against the infection as well as behaving according to general hygienic rules.
A new vaccine for this new kind of influenza has been quickly developed and tested, resulting to be efficacious and safe as well as the seasonal flu vaccine. It is thus recommended to vaccine as more people as possible, in order to stop the diffusion of this new virus and to protect high risk population. Patients with IBD are strongly recommended to vaccine themselves against several infectious agents, especially when under immunosuppresant therapy, that is steroids, azathioprine and 6-mercaptopurine, cyclosporine, methotrexate and anti TNF-a agents. The medical immunosuppression increases the risk to get infections, then the patient should carefully follow everyday preventive actions. The possibility to vaccinate should be discussed carefully together with the gastroenterologist, considering individual risks and benefits. It has been reported that patients on immunosuppression may not develop an adequate immune response against the vaccine, then the eventuality to boost the vaccine effects should be considered (dosing immunoglobulines, following preventive hygienic rules, repeating vaccination if needed).
Considering the WHO recommendations, EFCCA suggests to all patients:
Vaccinate yourself. The EFCCA recommends a yearly seasonal flu vaccine. Because seasonal flu vaccine will not protect against H1N1 2009, it is appropriate to vaccinate against both viruses. The optimum time to get vaccinated against the flu is from late October to mid-November. A flu shot takes one to two weeks to be effective. You are not protected from the flu until the flu shot takes effect. For “swine” influenza you should be vaccinated twice, again after 3 weeks after first shot. All three vaccines which are approved by EMEA are acceptable for IBD patients and those who take any immunosuppressive drug. If you are on anti-TNF therapy you should got influenza vaccine shot at the middle of period between two anti-TNF therapy Take everyday preventive actions: Cover your nose and mouth with a tissue when you cough or sneeze; wash hands frequently with soap and water (take 20 seconds at least); avoid touching your eyes, nose, or mouth; avoid close contact with sick people as much as possible.
Take flu antiviral drugs if recommended by your doctor. If you get seasonal or “swine” H1N1 flu, antiviral drugs can treat the flu. Antiviral drugs are medicines (pills, liquid or an inhaled powder) that keep the viruses from reproducing in your body. Please, remember that antiviral drugs are effective in the earliest stage of the disease and that must be taken only after medical prescription.
References
http://www.emea.europa.eu/influenza/vaccines/home.htm
http://www.ccfa.org/frameviewer/?url=/media/pdf/FactSheets/flufinal.pdf
http://www.ccfa.org/frameviewer/?url=/media/pdf/FactSheets/flufinal.pdf
edited by:
Prof. Silvio Danese – Humanitas Clinical Institute Milan
In collaboration with Dr. Dusan Baraga – EFCCA Director
Der Aufwand eines solchen Toiletten-Tests ist nicht ohne
. Doch es geht weiter und ich hoffe, dass sich weitere daran beteiligen werden. Es gibt ja noch andere Städte mit öffentlichen WC-Anlagen. Übrigens, hier kann man schnell und einfach Toiletten bewerten: Toilettensuchmaschine. Funktioniert weltweit via Google Maps, einfach Ort eingeben und bewerten. Man kann dort folgende Kriterien bewerten: Sauberkeit, Wartezeit, Ausstattung und Personal. Achtung: die Bewertung erfolgt nach deutschem System also: 1 ist die beste Note, 6 die schlechteste.
Hirtenhof VBL-Endstation
Diese WC-Anlage befindet sich an der VBL-Endstation “Hirtenhof”. Eine “verchromte” Anlage und daher nicht meine Vorliebe – wenn man denn hier von Vorlieben sprechen kann. Chromstahl ist vielleicht einfach zu reinigen, doch man sieht sofort jeden Fleck. Die Toilette war sauber (Mittagszeit). Kein Gestank und auch sonst nichts zu meckern. Geplant ist laut Masterplan die Übergabe an die VBL – sonst droht der Abbruch der Anlage. Ich bin ja gespannt, was die VBL (Verkehrsbetriebe Luzern) dazu meint. Weitere Bilder zu dieser WC-Anlage finden Sie hier.
Richard Wagner Museum
Das Richard Wagner Museum ist ein wunderschöner Ort zum Verweilen. Es handelt sich um die ehemalige Wohnstätte von Richard Wagner und es wurde dort ein Museum eingerichtet, das an das Leben und Werk des berühmten Komponisten erinnert. Im Sommer kann man im SommerCafé (bei schönem Wetter) den Platz vor dem Museum in vollen Zügen geniessen. Und falls man nach dem Café ein Bedürfnis verspürt, ist neben dem Museum (bis jetzt noch) eine öffentliche Toilette. Diese soll bis im Jahr 2015 abgebrochen werden mit dem Hinweis, dass in unmittelbarer Nähe eine neue Anlage “Typ 2″ geplant sei. Was unmittelbare Nähe bedeutet wird sich zeigen. Ältere, behinderte und kranke Menschen wird das besonders interessieren. Die Anlage ist nach meiner Meinung in bester Ordnung. Wahrscheinlich müsste man diese nur noch behindertengerecht umbauen. Weitere Bilder hier.
Turnhalle Wartegg-Tribschen
Hier handelt es sich um eine total neue WC-Anlage. Die Toilette ist noch nicht angeschrieben und ich habe auch nur eine einzige gefunden. Positiv: kein Chromstahl und sehr geräumig, also auch rollstuhlgängig. Weitere Bilder hier.
Also, falls ihr auch WC testet oder sonst eine wichtige Mitteilung in diesem Zusammenhang habt: meldet euch! Schreibt einen Kommentar oder schickt mir eure Tests! Danke im Namen derer, die ständig dringend auf Toiletten angewiesen sind (z.B. Crohn- oder Colitis-Patienten, ältere Menschen mit Inkontinenz-Problemen, usw.).
Seit ein paar Wochen probiere ich es aus: Power Napping, eigentlich nichts anderes als ein kurzer Mittagsschlaf. Nach dem Mittagessen war ich immer sehr müde und es dauerte meist bis mindestens 15.00 Uhr bis ich wieder voll da war. Also hab ich mir gedacht: ein Mittagsschlaf könnte vielleicht helfen. Und es hilft tatsächlich!
Powernapping ist einfach eine moderne Bezeichnung für diesen schnellen und leistungsfördernden Schlaf. Laut Wikipedia gibt es noch andere Bezeichnungen wie Kraftnickerchen, Energieschlaf, Catnap, Nicker, Power nap oder Superschlaf. Kraftnickerchen ist mir sehr sympathisch.
Wie das funktionert? Am besten wäre, man hätte einen Ruheraum am Arbeitsplatz (wie dies in amerikanischen Firmen angeboten wird). Doch leider gibt es das bei uns nicht. Doch es gibt noch andere Möglichkeiten, denn dieses Kraftnickerchen soll ja kurz (zwischen 10 und 20 Minuten) aber intensiv sein!
Schönwettervariante: über Mittag auf eine Bank, unter einen Baum oder sonst ein lauschiges Plätzchen im Schatten. Bei Regen setze ich mich z.B. ins Auto und lasse eine entspannende Musik laufen. Ich hab’s auch schon im Büro ausprobiert, aber als dann der Chef kam… Nein, im Geschäft selbst denk ich zuviel an die Arbeit und kann mich nicht entspannen.
Damit ich wieder rechtzeitig aufwache, nehm ich z.B. einen Schlüsselbund in die Hand. Sobald dieser zu Boden fliegt, sind mindestens 15 Minuten vorbei und ich bin wieder frisch und munter für den Nachmittag! Ich fühle mich total erholt und fit. Für Anfänger empfiehlt sich übrigens einen Wecker zu stellen
.
Es ist ganz wichtig, nicht länger als 20 Minuten zu schlafen! Man fällt sonst in zu tiefe Schlafphasen und man ist dann fast noch müder als vorher. Wenn ihr ein wenig googelt, findet ihr viele wertvolle Hinweise und interessante Facts zum Powernapping. Hier ein paar empfehlenswerte Links:
- Mittagsschlaf stärkt Gedächtnis
- Mittagsschlaf erhöht Leistung und hilft gegen Burnout
- Gesammelte Studien und wissenschaftliche Arbeiten zu Powernapping
- Strategisches Nickerchen (Inemuri, japanische Schlafkultur)
Nun, vielleicht ist das wirklich die Lösung gegen die ständige Müdigkeit bei Crohn oder Colitis? Was meint ihr? Habt ihr weitere Tipps zu Powernapping?
Jeder Dummkopf kann kritisieren, verdammen und sich beschweren – und die meisten Dummköpfe tun dies. Dale Carnegie
Wenn wir wirklich glücklich sein wollen, warum benehmen wir uns dann vielfach wie grosse Babies?
Wir können zwar behaupten, wir gingen aktiv und zielbewusst durch unser Leben. Alles läuft nach unseren Wunschvorstellungen und wir haben das Gefühl, wir hätten alles im Griff. Ausser vielleicht unseren Crohn oder unsere Colitis. Viele von uns jammern und klagen die ganze Zeit wie grosse Babies über die Krankheit. Ist dies wirklich nützlich?
Zähl wir doch mal an einen Tag lang nach. Wie oft beschweren wir uns? Nicht nur über den Crohn oder die Colitis. Wenn wir im Stau stehen, wenn es regnet, wenn es zu heiss ist, wenn es zuwenig Senf in unserm Sandwich hat oder was auch immer… Es gibt unendliche Situationen in denen wir uns beklagen.
Es gibt ja nicht nur äussere Umstände zu beklagen. Wir beklagen uns auch über uns selbst. Wir beklagen uns darüber, dass wir zu wenig Geld haben (und das “stimmt” ja auch), dass wir zu wenig Zeit haben, oder wir sind nicht cool oder klug genug oder einfach sonst nicht genug.
Wir erleben ja ziemlich viel Unannehmlichkeiten, das stimmt! Ja, und vor allem über Dinge die wir nicht genug kontrollieren können (wieder: unseren Crohn oder Colitis). Aber stellen wir uns vor wie viel glücklicher wir wären, wenn wir uns nicht beklagen würden. Ganz besonders über die Dinge, die wir nicht kontrollieren können. Was bringt es denn, über etwas zu brüten, das wir sowieso nicht ändern können?
Sich einfach mal bewusst zu werden über unser Gejammer, dies ist der erste Schritt zur Änderung dieser schlechten Gewohnheit. Sobald wir merken, dass wir über etwas beklagen, versuchen wir inne zuhalten und uns die Klage ganz bewusst zu machen. Fragen wir uns dann, sollen wir uns wirklich beklagen oder wollen wir nicht einfach glücklich sein?
Zwei Schritte um das Lamento zu beenden.
- Wir werden uns jedes Mal ganz bewusst, wenn wir uns beklagen oder unnötig kritisieren. Dazu gehört im übrigen auch die Kritisierung oder Beurteilung anderer Menschen. Also immer wenn wir uns dabei erwischen, zu jammern, versuchen wir dies zu stoppen.
- Sobald uns das Jammern bewusst geworden bin, fragen wir uns: Gibt es etwas, das wir an der Situation tun oder ändern können? Liegt es innerhalb unserer Kontrolle und Einflussbereichs? Wenn es etwas gibt, das wir tun können: dann wir es doch! Wenn wir nichts tun können, dann lassen wir es einfach sein oder lassen es gehen.
Selbstverständlich: leichter gesagt als getan! Sich zu beklagen ist wie eine Sucht und eine schwer aufzugebende Gewohnheit. Es ist wie bei jeder andern (schlechten) Gewohnheit: es braucht Zeit. Doch auch wenn es eine lange Zeit wird (und wir werden ja glücklicherweise nie perfekt), jeder Versuch ist okay. Es gibt ja nirgends alles oder nichts. Doch wenn wir uns nur 10% weniger beklagen, wird dies einen positiven Einfluss auf unser Leben haben! Nur schon diese 10% werden uns weiterführen und wir werden immer weniger und weniger jammern. Und es wird etwas Fantastisches geschehen: sobald unser Geist bemerkt, dass dieses ewige Gejammer nicht toleriert wird, werden neue Gedanken an deren Stelle treten.
Nun ist also die Frage: Sollen wir lieber jammern oder lieber glücklich sein?
Adaptiert aus zenhabits.
Ich durfte heute wieder mal meinen Darm und Magen mittels einer Koloskopie untersuchen lassen. Es ist wirklich toll gelaufen! Ich möchte Dr. Christoph Knoblauch und seinem Team ganz herzlich für die einfühlsame, verständnisvolle und auch offene Art dieser Untersuchung danken! Danke auch dafür, dass meine Frau ein paar Bilder machen durfte.
Das folgende ist ein Referat, das ich jeweils anlässlich einer Weiterbildungsveranstaltung der SVEP (Schweiz. Vereinigung für Endoskopiepersonal) halte. Es handelt sich also nicht um die heutige Untersuchung… die heutige Untersuchung war perfekt!
Darmspiegelung, eine schlechte Erfahrung?
Danke an den SVEP und besonders Herr Bernasconi für die Möglichkeit, aus der Sicht des Patienten zum Endoskopie-Personal zu sprechen. Leider hat man ja während einer Spiegelung nicht soviel Zeit, miteinander zu sprechen, darum ist es doch von Vorteil, hier mal direkt aus der Sicht der Patienten zu sprechen.
Mein Name ist Bruno Raffa, ich leide an einer Colitis ulcerosa und arbeite seit über 10 Jahren ehrenamtlich für die SMCCV. Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist die Information der Patienten und der Betroffenen. Ganz wichtig ist aber auch die Öffentlichkeitsarbeit, um die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen bekannt zu machen und so für Verständnis zu werben.
Der Titel meines Referates ist ja: Hoffnungen, Erwartungen und Erfahrungen aus Sicht des Betroffenen. Ich könnte meinen Vortrag bereits jetzt beenden und die Antworten zum Titel des Referates geben:
- Wir hoffen auf eine Darmspülung oder eine Vorbereitung, die wirklich fein schmeckt.
- Wir erwarten eine möglichst angenehme und schmerzfreie Untersuchung.
- Unsere schlechten Erfahrungen mit Darmspiegelungen möchten wir nicht mal unserem schlimmsten Feind wünschen.
Ich lebe mittlerweile seit ungefähr 15 Jahren mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, wobei ich vorher schon länger unter dieser Krankheit litt. In diesen 15 Jahren habe ich viele positive wie auch einige negative Erfahrungen gemacht. Die Situation der Betroffenen zu verallgemeinern ist schwierig, doch in einem Punkt haben die meisten Patienten ähnliche Erlebnisse während ihrer „Karriere“ gemacht: nämlich bei den Untersuchungen allgemein und bei der Darmspiegelung im Besonderen.
Die schlimmste Zeit dieser Krankheit – und ich bin sicher jeder Krankheit – ist der Anfang, das heisst die Zeit vor der Diagnose. Viele empfinden die Diagnose an und für sich nicht als schlimm, denn dann weiss man ja endlich, was man einem fehlt und dass es gewisse Behandlungsmethoden gibt.
Die Zeit vor der Diagnose ist darum schlimm, weil ich viele Untersuchungen über mich ergehen lassen muss. Seien dies nun Darmspiegelungen, Röntgen, MRI, usw. Dies sind Untersuchungen, die mir Angst machen. Angst vor Schmerzen, Schamgefühlen und aber auch vor den Beschwerden nach oder während den Untersuchungen.
Unsicherheit, Bauchschmerzen und nicht endend wollende Durchfällen bestimmten den Beginn der Krankheit. Ich getraute mich nicht mehr aus dem Haus, unternahm lange Zeit nichts mehr mit meiner Familie und geschweige denn, dass ich zur Arbeit ging… Als es mir dann immer schlechter ging und ich weder Nahrung noch Flüssigkeit behalten konnte, wurde ich – gegen meinen Willen – ins Spital überwiesen.
Dort aber begann eine weitere schlimme Zeit… Nur schon die erste Untersuchung war der Horror. Die leichteste Berührung meines Bauches durch die Ärzte verursachte schlimmste Schmerzen. Es wurde auch eine rektale Untersuchung mit so einem Rohr gemacht, dies ohne weitere Erklärungen. Und diese Schmerzen waren die reinste Hölle.
Doch leider kam es noch schlimmer…
Nachdem die Blutwerte zeigten, dass eine massive Entzündung vorhanden war, war klar, dass ich nicht um eine Darmspiegelung herumkam. Also wurde ich auf die Untersuchung vorbereitet. Ich bekam ein kopiertes A4-Papier, wo draufstand, was ich nun nicht essen dürfe – als ob ich überhaupt was essen könnte…
Die Krankenschwester brachte 2 Liter einer Darmspüllösung. Sie erklärte mir, dass ich dies nun solange trinken sollte, bis es unten in der Farbe wieder rauskam, in der ich es oben zu mir genommen hatte. Es schmeckte fürchterlich! Auch nach zwei Gläsern konnte ich mich nicht daran gewohnen und es wurde mir bald speiübel. Also schaute ich bei jedem Gang aufs WC jedes Mal voller Panik in die Toilettenschüssel, um zu sehen, was ich hinterlassen hatte. Die Erleichterung war gross, als es dann endlich „klar“ war…
Am Morgen vor der Untersuchung war ich geschockt, ich musste nochmals einen Liter von dem Zeugs trinken… Es ging einfach nicht runter, ich hatte solchen Brechreiz nur schon wenn ich daran roch. Also direkt und ohne Umweg runter in die Toilette spülen. Nun dachte ich, das Schlimmste sei wohl vorüber. Ich wusste nicht, was mich bei dieser Darmspiegelung erwartete.
Ich wurde in den Untersuchungsraum gebracht und dort erwartete mich als erstes einen Einlauf. Das ging so schnell, dass ich gar keine Zeit hatte zu fragen wieso denn das? Nach diesem Zwischenspiel liess mich der Pfleger allein auf der Untersuchungsliege. Niemand war da, keine Schwester, kein Arzt. Nur ich, praktisch nackt auf dem Bett. All die schrecklichen Instrumente und Bildschirme vor mir, die eine Kälte ausstrahlten und ich hatte Angst!
Gleich würde der Arzt kommen und ich liege da, ausgezogen mit nacktem Po vor ihm. Das machte mir zu schaffen. Nein, ich bin nicht sehr prüde oder schamhaft, es war mir einfach unangenehm. Absurde Gedanken gingen mir durch den Kopf: „Wie viele Pos hat der Arzt wohl heute schon gesehen? Wie viele in seiner ganzen Laufbahn? Was dachte er wohl bei den verschiedenen Hinterteilen?” Ich fühlte mich ziemlich ausgeliefert…
Dann kam der Arzt. Er begrüsste mich kurz und ich merkte sofort: er hat keine Zeit, er ist mit den Gedanken ganz woanders… Er spürte meine Angst nicht. Er erklärte mir wohl kurz, was nun geschehen würde. Schlafmittel, Beruhigungsmittel? Von dem hat er leider nicht gesprochen. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht mal, dass man das haben könnte.
Der starre, kalte Schlauch fühlte sich sehr unangenehm an. Beim ersten Versuch, ihn einzuführen, erfuhr ich die schlimmsten Schmerzen, die ich je in meinem Leben erfahren hatte. Da half alles Zähnezusammenbeissen nichts, ich begann zu schreien. Ich verlangte ein Schmerzmittel, irgendwas, ich schrie einfach: „Das tut so weh!“. Der Arzt sagte, es sei bald vorbei… Ich weiss nicht, wie lange es gedauert hat, für mich war es eine unendlich lange und qualvolle Zeit.
Als es endlich vorüber war, wurde ich aufs Zimmer gebracht. Ich war erleichtert und trotzdem hatte ich das Gefühl, nun noch mehr Beschwerden zu haben. Die Blähungen waren sehr peinlich und ich dachte, hört das denn nicht mehr auf? Auch die Bauchschmerzen wurden schlimmer und an Entspannung nach der Untersuchung war nicht zu denken…
Nun, wenigstens war diese Darmspiegelung vorbei und ich erhielt auch bald die Diagnose. In der nächsten Zeit informierte ich mich mehr darüber und erfuhr, dass die Krankheit unheilbar sei. Und dass man bei Darmspiegelungen ein Schlafmittel oder Beruhigungsmittel erhält.
Sie merken, meine Geschichte ist das Beispiel einer Darmspiegelung, wie sie nicht passieren sollte. Leider höre ich aber auch heute noch immer wieder solche Horrorgeschichten. Ich bin überzeugt, dass in den vergangenen 15 Jahren viel verbessert wurde und dass dies heutzutage die Ausnahme ist. Und dass Sie sowieso Ihre Aufgabe richtig und verständnisvoll erfüllen. Trotzdem möchte ich versuchen, auf ein paar Punkte einzugehen, die auch heute vergessen gehen könnten.
- Grundsätzliche Erklärung der Spiegelung (vielleicht mit solch einem Flyer). Was ist überhaupt Endoskopie? Erklärung über Luftschlauch?
- Welche Schmerzen werde ich empfinden?
- Was geschieht sonst noch während der Untersuchung? Was sind die Risiken?
- Sollte mich jemand begleiten?
- Kann man sich ein Schlafmittel geben lassen? Wie gefährlich sind diese? Nebenwirkungen? Wann wache ich wieder auf?
- Beschwerden nach der Spiegelung? Schub? Blähungen?
- Über Schamgefühle sprechen.
- Wie kriege ich die Darmspülung runter? Gibt es da irgendwelche Tricks? Muss ich den Liter am Morgen wirklich auch noch nehmen? Gibt es eine Alternative?
- Muss ich wirklich 3 Liter trinken, wenn ich schon die ganze Zeit Durchfälle habe? Oder wenn ich nach Operationen bereits einige Darmteile verloren habe?
- Gibt es Filme/Illustrationen zum Thema Koloskopie?
- Darf ich wirklich am Tag vorher nichts mehr essen? Mir wird schlecht, wenn ich 5 Std. nichts esse. Welches ist die ideale Ernährung vor der Untersuchung? Was darf ich trinken?
- Auf Hilferufe des Patienten hören. Hören Sie mich überhaupt? Kann ich sprechen oder wie fest schlafe ich? Vielleicht auch mit dem Patienten sprechen.
- Ist wirklich alles in Ordnung, wenn der Arzt es unmittelbar nach der Untersuchung sagt? Was ist mit den Laborresultaten? Kann man Tumore schon während der Behandlung erkennen?
- Kann ich nach der Untersuchung wieder alles essen oder sollte möglichst schonend Nahrung zu sich genommen werden? Ist die Darmschleimhaut nicht verletzt?
- Was gibt es sonst zu beachten? Brauche ich eine Erholungsphase oder kann ich sofort wieder arbeiten gehen?
Ich komme zum Schluss. Es gibt sicher noch viele Tipps, Fragen und Anregungen aus der Sicht des Patienten. Die schlechten Erfahrungen werden glücklicherweise immer seltener, auch dank solcher Veranstaltungen wie heute. Ich möchte Ihnen aber noch eins mit auf den Weg geben: unser Flyer. Versuchen Sie doch, in Ihrer kurz bemessenen Zeit, diesen den Crohn-/Colits-Patienten abzugeben. Denn eines ist mit dieser unsichtbaren Krankheit am wichtigsten: nicht allein zu sein.
Und bei der Koloskopie oder der Darmspiegelung sind Sie, liebes Personal der Koloskopie für uns ganz wichtig. Denn Sie sind die ganze Zeit bei uns und passen auf uns auf. Sie geben uns Sicherheit und beruhigen uns. Die „technischen“ Informationen sind nicht so wichtig, wichtig sind Sie als Mensch, der uns hilft, die (vielleicht unnötigen) Ängste zu vergessen. Danke!
Weitere Infos zur Darmspiegelung:
- Wikipedia: Eine Koloskopie (umgangssprachlich Darmspiegelung) dient der Untersuchung des Dickdarmes und meistens auch der letzten Zentimeter des Dünndarmes.
- SMCCV-Info Nr. 64, Seite 14: Artikel von Dr. Alain Schoepfer, Endoskopien bei Patient/innen mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung – hier herunterladen SMCCV Info Nr. 64
- Say Hi to Magen-Darmspiegelung – Blog: Maingold
- What’s up Dad? Darmspiegelung
Traduction en français
Aujourd’hui, on a dû examiner mon intestin et mon estomac au moyen d’une coloscopie. Tout s’est bien passé! Je voudrais remercier le docteur Christoph Knoblauch et son équipe pour leur façon pleine d’empathie, de compréhension et d’ouverture d’esprit au cours de cet examen! Merci aussi à ma femme qui a pu prendre ces photos.
Ce qui suit est un compte rendu que j’ai fait à l’occasion d’une séance de formation permanente à la SVEP (Association suisse pour le personnel d’endoscopie). Il ne s’agit pas de l’examen d’aujourd’hui, qui a été parfait!
L’endoscopie, une mauvaise expérience?
Merci au SVEP et particulièrement à M. Bernasconi pour m’avoir donné l’opportunité de parler du point de vue du patient au personnel d’endoscopie. Malheureusement, on n’a pas beaucoup de temps pour discuter pendant une endoscopie, c’est donc un privilège de parler ici directement et ce, du point de vue des patients.
Je m’appelle Bruno Raffa, je souffre de colite ulcéreuse et travaille depuis plus de 10 ans comme bénévole pour l’ASMCC. L’une de nos tâches essentielles est d’informer les patients et leur entourage. Les relations publiques sont très importantes pour parler des maladies inflammatoires chroniques de l’intestin et ainsi faire de la publicité pour une meilleure compréhension de la maladie.
Le titre de mon compte-rendu est: espoirs, attentes et expériences du point de vue du patient. Je pourrais déjà conclure mon exposé et vous donner les réponses au titre:
Nous espérons un lavement d’intestin ou un médicament à boire qui sentent vraiment bon.
Nous attendons un examen agréable et indolore.
Même pas à notre pire ennemi, nous ne souhaiterions nos mauvaises expériences avec les endoscopies de l’intestin.
Je vis depuis environ 15 ans avec une maladie inflammatoire chronique de l’intestin, bien que cela faisait longtemps que j’en souffrais. Au cours de ces 15 ans, j’ai fait beaucoup d’expériences positives et quelques-unes négatives. Il est difficile de généraliser tous les cas des malades, mais sur certains points, la plupart des patients ont vécu les mêmes expériences pendant leur “carrière”: soit lors des examens en général et des endoscopies en particulier.
La pire des périodes dans la maladie – et c’est probablement identique pour toutes les maladies – est le début, c’est-à-dire le moment précédant le diagnostic. La plupart ne ressentent pas mal au diagnostic, car on apprend enfin ce qui ne va pas et qu’il y a des traitements.
La période précédant le diagnostic est difficile, car il faut passer par de nombreux examens, que ce soient des endoscopies, des radiographies, des IRM, etc. Ce sont des examens que j’appréhende. Peur des douleurs, d’avoir honte et de troubles pendant ou après les examens.
L’incertitude, les maux de ventre et les diarrhées qui n’en finissent pas déterminent le début de la maladie. Je n’osais plus sortir, je n’entreprenais plus rien avec ma famille et n’osais pas aller au travail… Comme cela empira et que je n’arrivais à retenir ni la nourriture ni le liquide, on m’a admis – contre ma volonté – à l’hôpital.
Ce furent là le début des pires moments… déjà avec le premier examen qui fut horrible. Le moindre contact des médecins avec mon ventre causait les plus vives douleurs. On me fit aussi un examen rectal avec un tube sans me donner d’explications. Et les douleurs devenaient infernales. Mais malheureusement le pire restait à venir…
Après que le bilan sanguin indiquât la présence d’une inflammation massive, c’était clair que je ne pouvais plus éviter l’endoscopie. On me prépara à l’examen. Je reçus une feuille A4, où était écrit que je ne pouvais plus rien manger avant – comme si je pouvais encore manger d’ailleurs…
L’infirmière apporta 2 litres d’une solution de lavement. Elle m’expliqua que je devais boire maintenant jusqu’à ce que la couleur à la sortie devienne identique à celle que j’avalais. Cela avait un goût terrible! Après deux verres, je n’arrivais plus à avaler et tout tournait autour de moi. Je regardais chaque fois que j’allais aux toilettes paniqué ce que j’avais fait. Je fus soulagé lorsque enfin c’était devenu clair…
Le matin de l’examen, je fus choqué d’apprendre que je devais encore une fois boire un litre du liquide … ça ne descendait pas, j’avais une telle envie de vomir dès que je sentais cette odeur. Vite et sans détour aux toilettes pour me rincer. Puis j’ai pensé que le plus dur avait été fait. Je ne savais pas ce qui m’attendait à cette endoscopie.
On m’amena dans la salle d’examen où un lavement m’attendait. Cela alla si vite que je n’eus même pas le temps d’en demander la raison. Après cet interlude, l’infirmier me laissa seul sur le lit d’examen. Personne, ni infirmière, ni médecin. Seul, pratiquement nu sur le lit. Avec tous ces instruments terribles et ces écrans devant moi qui rayonnaient de froid et m’angoissaient! Le médecin va arriver et je me retrouverai avec mes fesses nues devant lui. Ce sera désagréable, non que je sois très prude ou timide, mais ce sera tout simplement désagréable pour moi. J’avais des pensées absurdes qui trottaient dans ma tête: “combien de fesses a déjà vu ce médecin peut-être aujourd’hui ? Combien dans toute sa carrière? Est-ce qu’il les voyait différentes?” Je me sentais assez vulnérable…
Puis le médecin arriva. Il me salua brièvement et je remarquai immédiatement qu’il n’avait pas de temps, que son esprit était ailleurs … il ne sentait pas ma peur. Il m’expliqua peut-être brièvement ce qui allait se passer. Somnifères, sédatifs? Il n’en a pas parlé malheureusement. Je ne savais même pas qu’on pouvait en avoir à ce moment. Le tuyau froid et rigide était très désagréable. A la première tentative pour l’introduire, j’ai eu les pires douleurs de ma vie. Les mâchoires n’arrivaient plus à rester fermées et je commençai à crier. J’exigeai un analgésique, quelque chose, je criais simplement: “Cela fait si mal!”. Le médecin disait que c’était bientôt terminé… je ne sais pas combien de temps cela a duré, mais pour moi c’était un temps infiniment long et cruel.
Quand enfin cela se termina, on me ramena à la chambre. J’étais soulagé mais ressentais encore plus de souffrances. Les flatulences étaient très désagréables et je pensais qu’elles n’allaient jamais arrêter. Les maux de ventre empiraient et je n’arrivais pas à me détendre même après l’examen… au moins cette endoscopie était finie et j’eus bientôt le diagnostic. Par la suite, je m’informai et appris que la maladie était incurable. Et qu’on pouvait avoir un somnifère ou un sédatif lors d’endoscopie.
Vous voyez que mon histoire est l’exemple d’une endoscopie comme elle ne devrait pas se passer. Malheureusement, j’entends encore aujourd’hui de telles histoires d’horreur. Je suis convaincu qu’au cours de 15 ans passés, on s’est beaucoup amélioré et que c’est actuellement une exception. Et que vous effectuez cette tâche correctement et avec compréhension. Mais je voudrais essayer de discuter sur quelques points qu’on pourrait négliger de nos jours encore.
L’explication fondamentale de l’endoscopie (avec un tel flyer par exemple). Qu’est-ce que l’endoscopie? Expliquer le tube à air?
Quelles douleurs éprouverai-je?
Qu’est-ce qui se passe pendant l’examen? Quels sont les risques?
Est-ce que quelqu’un peut m’y accompagner?
Est-ce qu’on peut avoir un somnifère ou un sédatif? Quels en sont les risques? Les effets secondaires? Quand est-ce que je vais me réveiller?
Quelles sont les douleurs après l’endoscopie? Poussées? Flatulences?
Parler de la honte.
Comment est-ce qu’on me fait un lavement? Y a-t-il quelques trucs? Est-ce que je dois vraiment encore prendre un litre le matin? Y a-t-il une alternative?
Est-ce que je dois vraiment boire 3 litres même si j’ai tout le temps des diarrhées? Ou même si j’ai perdu certaines parties d’intestin suite aux opérations?
Existe-t-il des films/illustrations sur la coloscopie?
Est-ce que vraiment je ne dois plus rien manger le jour d’avant? Est-ce que je me sens mal si je ne mange rien 5 heures avant? Quelle est l’alimentation idéale avant l’examen? Que boire?
Ecouter les appels à l’aide du patient. Est-ce que vous m’écoutez? Est-ce que je peux parler ou est-ce que je dors profondément? Peut-être parlez aussi avec le patient.
Est-ce que tout va bien, si le médecin le dit directement après l’examen? Quels sont les résultats de laboratoire? Peut-on reconnaître une tumeur déjà pendant l’examen?
Est-ce que je peux manger de tout après l’examen ou est-ce que je dois faire attention à ce que je mange? Est-ce que la muqueuse de l’intestin ne va pas être blessée?
A quoi faut-il faire aussi attention? Ai-je besoin d’une phase de repos ou est-ce que je peux travailler immédiatement après?
J’en viens à la conclusion. Il y a sûrement encore beaucoup de conseils, questions et attentes du point de vue du patient. Les mauvaises expériences deviennent de plus en plus rares, heureusement, aussi grâce à de telles séances comme celle d’aujourd’hui. Je voudrais vous donner cependant encore quelque chose: notre flyer. Essayez de le passer, même si vous avez peu de temps, à vos malades de Crohn/Colite. Car c’est une chose essentielle avec cette maladie invisible: ne pas se sentir seul.
Et lors de coloscopie ou d’endoscopie, vous, personnel médical, êtes très importants pour nous. Car vous êtes tout le temps auprès de nous et faites attention à nous. Vous nous donnez la sécurité et le calme. Les renseignements “techniques” ne sont pas si importants, ce qui est essentiel, c’est vous en tant qu’être humain qui nous aidez à oublier les peurs (peut-être inutiles). Merci!
D’autres infos sur l’endoscopie:
Wikipedia : une coloscopie (en langage courant endoscopie) permet l’examen du côlon et le plus souvent aussi des derniers centimètres de l’intestin grêle.
Bulletin d’infos de l’ASMCC numéro 64, page 14: article du Dr Alain Schoepfer, l’endoscopie chez le patient avec maladies inflammatoires chroniques de l’intestin – à télécharger sur le site de l’ASMCC.
Traduzione in italiano (grazie per le vostre correzioni!)
La colonscopia, un’esperienza (s)gradevole? Speranze, aspettative ed esperienze dal punto di vista di un paziente con morbo di Crohn o colite
Oggi ho dovuto nuovamente sottopormi a un esame dell’intestino e dello stomaco tramite colonscopia. È andata benissimo! Desidero ringraziare cordialmente il Dr. Christoph Knoblauch e la sua équipe per il loro modo delicato, comprensivo e anche molto aperto di condurre l’esame! Ringrazio anche per aver consentito a mia moglie di scattare qualche fotografia.
Il testo seguente è una relazione che terrò in occasione di un corso di aggiornamento della SVEP/ASPE (Associazione Svizzera del Personale di Endoscopia). Non si tratta quindi dell’esame odierno…che è stato perfetto!
La colonscopia, un’esperienza sgradevole?
Ringrazio la SVEP/ASPE e, in particolare, il Signor Bernasconi per avermi dato l’opportunità di parlare da paziente al personale di endoscopia. Purtroppo, durante la colonscopia non c’è molto tempo per parlare; questa è quindi una buona occasione per illustrare il punto di vista del paziente.
Mi chiamo Bruno Raffa, soffro di colite ulcerosa e lavoro da oltre 10 anni come volontario per la SMCCV/ASMCC. Uno dei nostri compiti principali è informare i pazienti e le persone direttamente interessate. Molto importante è però anche l’informazione del vasto pubblico, per far conoscere e quindi comprendere meglio le malattie infiammatorie croniche intestinali.
Il titolo della mia relazione è Speranze, aspettative ed esperienze dal punto di vista di un paziente. Potrei concludere qui la mia relazione e fornire subito le risposte al titolo:
1. Speriamo in una preparazione all’esame con una soluzione dal sapore gradevole.
2. Ci aspettiamo un esame possibilmente non sgradevole e non doloroso.
3. Non auguriamo le esperienze negative vissute con la colonscopia neppure al nostro peggior nemico.
Da ormai 15 anni circa convivo con una malattia infiammatoria cronica intestinale, ma ne soffrivo già da tempo. In questi anni ho vissuto molte esperienze positive e alcune esperienze negative. È difficile tracciare un quadro generale dei pazienti, ma un aspetto è comune alla maggior parte dei diretti interessati: le esperienze vissute in occasione degli esami in generale e della colonscopia in particolare.
La fase peggiore per chi soffre di questa malattia – e questo vale sicuramente per ogni malattia – è l’inizio, cioè il periodo che precede la diagnosi. La diagnosi di per sé per molti non è drammatica, perché finalmente si viene a sapere di quale malattia si soffre e si apprende che esistono determinati tipi di trattamento.
La fase che precede la diagnosi è la peggiore perché devo sottopormi a molti esami. Non importa che si tratti di colonscopia, radiografia, risonanza magnetica, ecc. Sono tutti esami che mi spaventano. C’è la paura di avvertire dolore, la sensazione di vergogna e la paura di avere disturbi dopo o durante gli esami.
L’inizio della mia malattia è stato caratterizzato da insicurezza, dolori all’addome e diarree interminabili. Non osavo più uscire di casa, non facevo più niente con la famiglia e ovviamente non potevo più lavorare… Quando ho iniziato a stare sempre peggio e non potevo più trattenere né cibi solidi né liquidi, sono stato ricoverato in ospedale contro la mia volontà.
In ospedale è iniziato un altro brutto periodo…Già il primo esame è stato orribile. I medici hanno palpato il mio ventre, ma già il minimo contatto mi causava dolori fortissimi. È stato effettuato anche un esame rettale con un tubo, senza che mi siano state fornite ulteriori spiegazioni. Questi dolori sono stati un vero inferno.
Ma poi è successo di peggio…
Gli esami del sangue hanno mostrato la presenza di un’infezione massiccia e mi è stato detto che la colonscopia era inevitabile. Mi hanno quindi preparato all’esame. Mi è stato consegnato un foglio fotocopiato in formato A4, sul quale c’era scritto che cosa non dovevo mangiare – come se fossi stato in grado di mandare giù qualcosa.
L’infermiera mi ha quindi portato 2 litri di quella soluzione per la preparazione all’esame. Mi è stato detto di bere fino a farla di nuovo uscire dall’altra parte con lo stesso colore di quello che bevevo. Il sapore era terribile! Già dopo il primo sorso mi è venuta una nausea pazzesca. Ogni volta guardavo pieno di panico cosa avevo lasciato nel water. Che sollievo quando finalmente quello che usciva era “limpido”…
Il mattino prima dell’esame ho avuto uno shock, mi è stato detto di bere un altro litro di quella roba…
Non riuscivo a mandarla giù, avevo i conati di vomito solo a sentirne l’odore. Quindi giù direttamente nel water, per la strada più breve. Credevo che il peggio fosse ora passato. Non sapevo ancora cosa mi aspettasse durante la colonscopia.
Sono stato portato nella sala d’esame e per prima cosa mi è stato fatto un clistere. Sono stato colto talmente di sorpresa che non ho neanche avuto il tempo di chiederne la ragione. Dopo questo intermezzo, l’infermiere mi ha lasciato da solo sul lettino. Non c’era nessuno, nessuna infermiera, nessun medico. Solo io, seminudo sul lettino. Osservavo tutti quegli strumenti tremendi e i monitor. Emanavano un’aria di gelo e io avevo paura.
L’idea di stare sdraiato con i glutei per aria davanti a un medico a me sconosciuto mi creava disagio. Non sono particolarmente pudico o vergognoso, mi dava semplicemente fastidio. Strani pensieri mi passavano per la testa. “Quanti glutei avrà già visto oggi il medico? Quanti in tutta la sua carriera? Cosa avrà pensato nei vari casi? Mi sentivo completamente allo sbaraglio…”
Poi è arrivato il medico. Mi ha salutato brevemente e ho subito capito che non aveva tempo, che con la testa era altrove…. Non ha percepito la mia paura. Mi ha spiegato brevemente cosa sarebbe successo. Sonniferi, tranquillanti? Purtroppo non me ne ha parlato. A quei tempi non sapevo neanche che li avrei potuti avere.
Il tubo rigido e freddo sembrava enorme e come appena uscito dal congelatore. Al primo tentativo di introdurlo ho provato il dolore più terribile di tutta la mia vita. Stringere i denti non è servito a niente, ho iniziato a gridare. Chiedevo un antidolorifico, qualunque cosa e gridavo: “Mi fa male!” Il medico ha detto che sarebbe passato presto…Non so quanto sia durato, per me il tempo non passava mai e la situazione era insopportabile.
Quando finalmente tutto era finito mi hanno portato in camera. Ero sollevato e allo stesso tempo mi sembrava di avere ancora più disturbi di prima. Le flatulenze erano molto sgradevoli e mi chiedevo perché non finisse ancora? Anche il dolore all’addome diventava più forte e non c’era verso di rilassarmi dopo l’esame.
Ma perlomeno la colonscopia era passata e presto mi è stata comunicata la mia diagnosi. Nel periodo successivo mi sono informato meglio e ho saputo che la malattia non è curabile. E ho saputo che per la colonscopia viene somministrato un sonnifero o un tranquillante.
Come vedete, la mia storia descrive come non dovrebbe essere la colonscopia. Purtroppo continuo a sentire storie dell’orrore come questa. Sono convinto che negli ultimi 15 anni molte cose siano migliorate, che storie come questa oggi sono l’eccezione e che voi tutti comunque svolgete il vostro compito in modo corretto e con molta comprensione. Ciò nonostante vorrei richiamare l’attenzione su alcuni aspetti che anche oggigiorno potrebbero passare in secondo piano.
• Spiegazione dei concetti di base della colonscopia (magari con un volantino come questo). Che cos’è l’endoscopia? Spiegazioni sul tubo dell’aria?
• Che tipo di dolori devo aspettarmi?
• Che cos’altro succede durante l’esame? Quali sono i rischi?
• Devo farmi accompagnare?
• È possibile avere un sonnifero? Sono pericolosi i sonniferi? Effetti indesiderati? Quando mi risveglierò?
• Disturbi dopo la colonscopia? Ricaduta? Flatulenze?
• Parlare della sensazione di vergogna.
• Come faccio a mandare giù la soluzione da bere? Esiste qualche trucco? Devo davvero bere anche un altro litro al mattino? Esiste un’alternativa?
• Devo davvero berne 3 litri anche se ho già la diarrea? E se mi mancano tratti di intestino in seguito a interventi chirurgici?
• Esistono film o illustrazioni sulla colonscopia?
• Davvero non posso mangiare niente il giorno precedente? Mi sento male se non mangio niente per 5 ore. Qual è l’alimentazione ideale prima dell’esame? Cosa posso bere?
• Ascoltare le richieste di aiuto del paziente. Ma mi sentite? Sono in grado di parlare oppure quanto è profondo il sonno? Magari anche parlare con il paziente.
• È davvero tutto a posto se il medico lo dice direttamente dopo l’esame? E per quanto riguarda gli esami di laboratorio? Si possono riconoscere i tumori già durante il trattamento?
• Dopo l’esame posso mangiare di tutto o devo stare attento con l’alimentazione? La mucosa dell’intestino non ha subito danni?
• Di che altro occorre tenere conto? Devo prendermi un periodo di riposo o posso subito tornare al lavoro?
Vengo alla conclusione. Esistono certamente ancora molti altri consigli, domande e suggerimenti dal punto di vista del paziente. Le esperienze negative per fortuna diventano sempre più rare, anche grazie a iniziative come questa. Vorrei però ricordare ancora una cosa: il nostro volantino. Cercate di consegnarlo ai pazienti con morbo di Crohno colite, anche se il tempo è limitato. Perché la cosa più importante per chi ha questa malattia invisibile è di non restare soli.
E durante la colonscopia voi tutti, il personale addetto alla colonscopia, siete importantissimi per noi. Perché voi siete sempre accanto a noi e state attenti che vada tutto bene. Ci date sicurezza e ci tranquillizzate. Le informazioni “tecniche” sono meno importanti, importanti siete voi come persone che ci aiutate a dimenticare le nostre paure, forse immotivate. Grazie!



























































